wellcome hilft dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird – im ersten Jahr mit Kind

wellcome hilft dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird – im ersten Jahr mit Kind

Das Leben einer Frau und natürlich auch einer Familie ändert sich um 180°, wenn erst einmal der Nachwuchs auf der Welt ist. Ich selbst konnte mir das Leben mit Baby während meiner Schwangerschaft kaum vorstellen, ich hatte zwar vage Gedanken, aber letztendlich hatte ich keine Vorstellung – nicht von dem unendlichen Glück mit meinem Sohn, nicht über die überschwängliche Liebe, die mich überrannt hat und auch nicht über die immense körperliche Belastung im ersten Jahr. Unsere Eltern leben leider nicht in Berlin und so konnten wir nicht wie viele andere, einfach mal eine Auszeit nehmen. Gerade im ersten Jahr wünscht man sich aber als Mutter einfach mal einen Moment der Ruhe, um Ereignisse sacken zu lassen oder seinen beruflichen Belangen nachzugehen. Ich habe mir oft Hilfe gewünscht, zumal wir beide als Selbstständige tätig sind und mit jeder nicht erfüllten Anfrage ein potenzieller Kunde vielleicht nicht wieder kommt. Das hat mich und natürlich auch meinen Mann ziemlich unter Druck gesetzt. Heute ist unser Sohn 14 Monate alt und geht in die Kita (halbtags). Rückblickend war jedoch das erste Jahr mit Kind das erfahrungsreichsteund gleichzeitig turbulenteste meines Lebens. Ich bin so froh, dass wir eine tolle Hebamme hatten, dass Freunde und Familie uns zur Seite standen und manchmal auch einen Weg von 600km auf sich genommen haben,  um uns zu helfen. Das bedeutet uns als Familie sehr sehr viel.

Mit meinem Sohn Rio by Steffen Roth

Mit meinem Sohn Rio by Steffen Roth

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Familien oder junge Mütter, die niemanden haben, die ganz frisch in eine Stadt gezogen sind oder wo der Partner vielleicht den ganzen Tag arbeiten muss, Mütter mit Drillingen – es gibt so einige Familienkonstellationen, die Hilfe bedürfen. Das wisst ihr selbst. Aber Hilfe ist da! Sie heißt wellcome und schickt dir einen „Engel“, wenn du ihn am dringendsten brauchst. Ich wünschte, ich hätte früher von euch gehört.


Was macht wellcome? 

Rose Volz-Schmidt

Rose Volz-Schmidt

Das Sozialunternehmen wurde 2002 von Rose Volz-Schmidt in Hamburg gegründet. Es soll eine unbürokratische, aber dafür praktische Hilfe nach der Geburt anbieten. Ehrenamtliche Helfer, die sog. „Engel“ unterstützen dabei die Eltern im ersten Jahr mit Kind. In mittlerweile 250 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden ehrenamtliche Helfer an Familien vermittelt. Sie unterstützen dabei ganz individuell; Windeln wechseln, zum Kinderarzt gehen oder einfach nur einen Spaziergang machen, damit Mama mal wieder Durchatmen kann.  

Im Rahmen der „Deutschland wird Kinderland“-Initiative unterstützt Pampers das Unternehmen wellcome nun langfristig, denn das „Abenteuer Familie“ braucht viele Helfer und Unterstützer.

wellcome "Engel" bei einer jungen Mutter

wellcome "Engel" bei einer jungen Mutter

 

Das sagen die Fakten 

FORSA Umfrage für Pampers

FORSA Umfrage für Pampers

Dabei finden es  88% der Befragten gut, dass es überhaupt gemeinnützige Organisationen gibt, die Familien nach der Geburt unterstützen. Aber nur 1% der Eltern hat bisher eine gemeinnützige Organisation in Anspruch genommen. 40% allerdings beklagen sich darüber, nicht ausreichend informiert zu sein.

Wie eingangs schon erwähnt, finde ich es persönlich schade, die Organisation nicht schon viel früher kennengelernt zu haben. Ich denke jede frische Mama kann davon ein Lied singen, wie glückselig man sich plötzlich fühlt, wenn man auch nur halbwegs seine alten Kräfte zurückerlangt. Damit ihr Schwangeren da draußen (oder vielleicht plant ihr noch, oder aber ihr habt schon ein kleines Baby...)  bestens über wellcome informiert seid, habe ich mit der überregionalen wellcome-Koordinatorin Katja Brendel gesprochen.


 

Interview wellcome-Koordinatorin: Katja Brendel

 

MC: Hallo Frau Brendel, vielen Dank für Ihre Zeit und ihr Engagement. Wie gestaltet sich für Sie die Arbeit bei wellcome?

KB: Das, was wir mit „wellcome – Praktische Hilfe nach der Geburt“ machen, ist ja eigentlich ganz einfach: wir helfen Familien, die sich nach der Geburt eines Kindes Unterstützung wünschen, diese aber nicht durch die Familie, Freunde oder Nachbarn haben. Dies kann verschiedene Gründe haben. Die Großeltern beispielsweise leben in einer anderen Stadt, die Freunde sind alle vollberufstätig oder man selbst ist gerade neu zugezogen und kennt die neuen Nachbarn noch nicht und auch sonst noch nicht so viele Leute. Man hat also kein Netzwerk, das unterstützen könnte, die neue Situation zu meistern. Diese Familien können sich bei uns melden und wir vermitteln dann ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die die Familien besuchen und bei der Betreuung des Kindes oder der Kinder unterstützen – ganz praktisch und individuell und so, wie es die Familie gerade braucht.

Derzeit haben wir in Berlin 15 wellcome-Teams, an die sich die Familien wenden können. Als Landeskoordinatorin für Berlin begleite ich die Berliner Standorte in ihrer Arbeit und Entwicklung und arbeite daran, dass es noch mehr werden – damit wir noch mehr junge Familien unterstützen können. Damit dies gelingt, ist im Hintergrund einiges zu tun. Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel, damit die Familien wissen, dass es wellcome gibt und auch, um weitere Ehrenamtliche zu gewinnen. Das gehört ebenfalls zu den Aufgaben, für die ich als Landeskoordinatorin in Berlin verantwortlich bin.

MC: Was waren bisher Ihre persönlichen Glücksmomente?

KB: Ich freue mich immer, wenn es positive Rückmeldungen von Familien gibt. Neulich stand ich am Informationsstand der Frühen Hilfen auf der Babymania. Da kam eine junge Frau auf mich zu: „Sie sind doch von wellcome. Wir hatten im letzten Jahr eine wellcome-Ehrenamtliche, als unser zweites Kind geboren wurde und ich meine Masterarbeit fertig bekommen musste. Das war einfach klasse und hat uns wirklich sehr geholfen.“ Großartig finde ich auch Geschichten, wo aus einem wellcome-Einsatz wirklich nachbarschaftliche Beziehungen entstanden sind. So haben wir ein ehemaliges „Tandem“ aus Familie und Ehrenamtlicher, welches sich jetzt das Auto teilt. Andere gießen bei Abwesenheiten wechselseitig die Blumen. Und die eine oder andere Ehrenamtliche ist auch schon Patentante bei einem wellcome-Kind geworden.

MC: Wie viele helfende „Engel“ haben Sie aktuell in Ihrem Pool?

KB: Jedes wellcome-Team besteht aus ca. 10 bis 15 Ehrenamtlichen und der Team-Koordinatorin, einer erfahrenen Fachkraft. Bei ihr kommen die Anfragen der Familien an und sie ist die erste Ansprechpartnerin auch für die Ehrenamtlichen.

Die Zahl der Ehrenamtlichen schwankt immer: Wenn man sich bei wellcome engagiert, dann verpflichtet man sich verbindlich zunächst für einen Einsatz. Dieser geht im Durchschnitt über 4-5 Monate, in denen man eine Familie begleitet. Danach kann man immer entscheiden, möchte ich gleich die nächste Familie kennenlernen oder pausiere ich erst einmal. Da sich bei uns auch viele junge Menschen engagieren z.B. während des Studiums, der Ausbildung oder in Phasen beruflicher (Um)Orientierung, haben wir immer eine gewisse Fluktuation. Daher freuen wir uns auch immer, wenn wir neue Mitstreiter/innen gewinnen.

MC: Wie werden die freiwilligen Helfer geschult und ausgewählt?

KB: Eine besondere Schulung brauchen unsere Ehrenamtlichen nicht, denn sie helfen so, wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbarn tun würden. Wichtig ist die Freude an der Aufgabe und ein sicherer Umgang mit Kindern. Mit jeder Interessentin, jedem Interessenten führt die Teamkoordinatorin ein ausführliches Kennlerngespräch. Hier geht es darum, die gegenseitigen Erwartungen abzuklären und natürlich auch zu schauen, ob das wellcome-Ehrenamt das passende ist. Und dann muss jede/r, die/ der aktiv werde will ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Hinter wellcome stehen in Berlin 10 Jugendhilfeträger, die das Angebot in Tätigkeitsspektrum aufgenommen haben, diese sind dazu gesetzlich verpflichtet. Aber es gibt auch den Familien eine größere Sicherheit und damit ein besseres Gefühl.

Die Teamkoordinatorin ist es auch, die die Ehrenamtlichen dann an die Familien vermittelt. Auch bei diesem „Matching“ spielen ihre Erfahrung und fachliche Expertise eine große Rolle, denn die Einsätze können ganz unterschiedlich sein – ebenso wie die Ehrenamtlichen. Letztendlich entscheiden aber immer die Familien, ob die Chemie stimmt und sie die Hilfe von der vermittelten Person annehmen möchten.

Umgekehrt gilt das natürlich ebenso. Auch unsere Ehrenamtlichen sind frei in der Entscheidung, welchen Einsatz sie übernehmen möchten.

Das ist uns auch ganz wichtig, denn letztlich muss es für beide Seiten Freude bringen, wenn ein Einsatz gelingen soll.

MC: Wie viele Mütter/Familien melden sich denn täglich bei wellcome?

KB: Die Anzahl der Anfragen ist je nach Bezirk ganz unterschiedlich. In Pankow zum Beispiel, wo wir im Jahr rund 5.000 Geburten haben, ist die Anzahl der Anfragen besonders groß. Pankow ist auch ein Bezirk, in dem viel Mobilität herrscht und in den vergangenen Jahren viele Familien neu zugezogen sind. Ähnlich ist das in Friedrichshain-Kreuzberg oder auch Mitte. Da haben wir manchmal 4-5 Anfragen pro Woche.

Gab es einen Beitrag in der Presse, steigt die Nachfrage ebenfalls. Manchmal spricht es sich auch in bestimmten Kreisen herum, dann rufen plötzlich ganz viele amerikanische Familien an oder ganz viele Familien mit Zwillingen.

MC: Für eine Stadt wie Berlin ist so ein Angebot Gold Wert, wieviele Helfer gibt es bisher allein in Berlin?

KB: In Berlin haben wir derzeit rund 200 Ehrenamtliche, die für wellcome im Einsatz sind. Im letzten Jahr haben diese wellcome-Engel mehr als 300 Familien ihre Zeit geschenkt. Aber die Nachfrage der Familien ist höher und steigt seit Jahren. So kann es immer wieder sein, dass wir eine Anfrage nicht bedienen können, weil z.B. gerade alle Ehrenamtlichen im Einsatz sind, zeitliche Vorstellungen nicht zueinander passen oder auch schon mal, weil die Familie eine Katze hat und die verfügbare Ehrenamtliche eine Katzenhaarallergie.

Aber zum Glück gibt es neben wellcome ja auch noch andere Angebote, die Familien unterstützen. Die Teamkoordinatorin vermittelt die Familie dann zu alternativen Angeboten. Das gilt übrigens auch, wenn neben wellcome mehr oder weitergehende Unterstützung benötigt wird.

MC: Wie werden denn eigentlich die ehrenamtlichen Helfer/innen auf ihre Angebot aufmerksam bzw. wie werden neue „Engel“ akquiriert?

KB: Beiträge in der Presse sind dafür ganz wesentlich. Ein zunehmend wichtiger Zugangsweg für Ehrenamtliche ist aber auch das Internet. Viele Menschen suchen online nach Engagementmöglichkeiten. Hier gibt es verschiedene Portale, wo man dann auch wellcome findet. Auch die Freiwilligenagenturen sind wichtige Partner für uns. Sowohl die Landesfreiwilligenagentur „Treffpunkt Hilfsbereitschaft“, die Stiftung „Gute-Tat.de“ als auch die bezirklichen Freiwilligenagenturen.

Was auch zunimmt – und das freut uns sehr – ist die Mund-zu-Mund-Propaganda. Bei den Familien haben wir das schon seit vielen Jahren, aber nun kommen auch immer mehr Ehrenamtliche zu uns, denen das Engagement von anderen Ehrenamtlichen empfohlen wurde.

Und daneben sind es dann die vielen kleinen, regional ganz verschiedenen Aktionen, die die Team-Koordinatorinnen unternehmen: Vom Aushang am schwarzen Brett im Supermarkt, dem Auslegen von Flyern beim Kiezbäcker bis zum Stand beim Straßenfest. Klappern gehört zum Handwerk – das ist bei uns nicht anders. Und das braucht es immer wieder.

MC: Wann sollte man sich bei wellcome melden, damit man mit Sicherheit eine Hilfe für die Familie bekommt?

KB: Das ist eine gute Frage. Eine Garantie können wir leider nicht geben. Die Bedürfnisse, Bedarfe und Vorstellungen der Familien sind sehr individuell und darauf wollen wir eingehen. Auf der anderen Seite sind die Ehrenamtlichen mit ihren eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten, ihr Engagement betreffend, auch das gilt es zu beachten. Wichtig ist aber, dass Familien sich auf jeden Fall melden, wenn sie merken, dass sie sich Unterstützung wünschen, dass der Akku bald alle ist. Wir schauen in jedem Einzelfall, wie wir helfen können. Sollten wir einmal keine Kapazitäten haben, schauen wir, welches andere Angebot dann hilfreich sein kann. Und oft entstehen größere Probleme gar nicht erst, wenn man frühzeitig Unterstützung hat.

MC: Welche neuen Angebote plant wellcome für die Zukunft?

KB: In Berlin arbeiten wir daran, die bestehenden Teams zu sichern, denn leider verfügen wir nicht überall über eine verlässliche Finanzierungsgrundlage. Darüber hinaus würden wir gern weitere Standorte aufbauen, um noch mehr Familien mit Babys unterstützen zu können.

Die wellcome gGmbH (also die Bundesgeschäftsstelle in Hamburg, zu der alle wellcome-Teams gehören) geht gerade die ersten Schritte im Bereich der digitalen Elternbildung: Mit www.elternleben.de hat wellcome eine werbefreie Plattform ins Leben gerufen, auf der Eltern relevantes und geprüftes Wissen, Beratung durch Experten und das Netzwerk von wellcome jetzt auch online finden: 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche.

MC: Vielen Herzlichen Dank für Ihre Zeit.

 


Kontakt

wellcome gGmbH
Hoheluftchaussee 95
20253 Hamburg

Tel.: 040 - 226 229 720
Fax: 040 - 226 229 729
info@wellcome-online.de


***dieser Artikel ist in Kooperation mit Pampers entstanden***



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