Wechsel der Chefredaktion bei Harper's Bazaar | Margit J. Mayer verlässt das Hochglanzmagazin

Wechsel der Chefredaktion bei Harper's Bazaar | Margit J. Mayer verlässt das Hochglanzmagazin

Knapp zwei Jahre ist es her, als der heiß ersehnte Luxus-Import Harper's Bazaar aus den USA auch in Deutschland startete. Mit der studierten Kunsthistorikerin Margit J. Mayer versuchte man neuen Exzentrismus à la Diana Vreeland ins Haus zu bringen. Margit J. Mayer wolle “wilden Luxus” im Magazin umsetzen. Die geborenene Niederösterreicherin war bereits Chefredakteurin beim Architektur- und Interiormagazin AD Architectural Digest des Condé-Nast Verlags in München und Berlin, bevor sie den Berliner Sitz des Taschen-Verlags leitete. Hoffnungsvoll erwartete man ihre Leitung der deutschen Ausgabe des Modemagazins.

Man attestierte ihr einen “untrüglichen Sinn für Stil, ein gutes Auge für Mode – und klare Ansichten”, zumindest schrieb das damals die Frankfurter Allgemeine. 12 Ausgaben später muss die Chefredakteurin ihren Posten verlassen und gibt das Zepter an ELLE-Fashion Direktorin Kerstin Schneider ab. Wirklich überraschend kam der Abgang von Mayer nicht; innerhalb der Hochglanz-Welt munkelt man von “atmosphärischen Störungen”, so heißt es in einem Medienbericht. Der Hubert Burda Verlag ließ diese Aussage bisher unkommentiert. Letztendlich dürfte aber auch die mangelnde Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit Grund für die Ablösung sein: bisher konnte Harper's Bazaar noch keine wirklichen Erfolge verbuchen. Prominente Namen, herausragende Interviews, spektakuläre Fotostrecken blieben bisher aus, während der Online-Auftritt des Magazins sogar vor kurzem einen Lead-Award abräumte. Dennoch lässt sich der (Miss)-Erfolg noch nicht an direkten Zahlen messen, die Auflage beträgt derzeit 170.000 und es ist noch keine offizielle IVW-Angabe verfügbar. Kurz und knapp dankt man Mayer für ihre Aufbauarbeit für die deutsche Version des US-Magazins.

Die 47-jährige Kerstin Schneider wird Margit J. Mayers Chefsessel übernehmen. Die gelernte Schneiderin und studierte Modedesignerin wechselt nun vom Münchener Hauptsitz in die Berliner Dependance. Schneider war seit 2002 Fashion-Director bei ELLE und wird das Traditionsmagazin aus den USA neu positionieren. So erhofft man es sich zumindest. Manuela Kampp-Wirtz, die Managerin von BurdaStyle kommentiert den Wechsel mit Kerstin Schneider wie folgt: sie sei “eine Journalistin mit großem stilistischem Gespür, mit exzellentem handwerklichen Können und einer beeindruckenden Fähigkeit, Mode zu inszenieren, ob auf Hochglanz oder digital. Sie steht ebenso für Haute Couture wie für Streetstyle, sie verkörpert Klassik und Trendbewusstsein”

Das Hochglanzmagazin konkurriert in den USA als schärfster Konkurrent zu VOGUE und positioniert sich hierzulande an dritter Stelle mit den Zeitschriften “Vogue” und “ELLE”; letzteres Magazin gehört ebenfalls zum Hause Burda. Sophisticated, elegant und provokativ- so definiert sich Harper's Bazaar selbst. Wir sind gespannt was die neue Chefredakteurin zum Jahreswechsel mitzubringen hat.

//Aileen Hokari

Designer-Kollektiv Études Studio eröffnet Projekt-Raum in Paris

Designer-Kollektiv Études Studio eröffnet Projekt-Raum in Paris

Blog Watch: Vintage Black Glamour

Blog Watch: Vintage Black Glamour