Von Stilvorbildern & dem eigenen Look

Von Stilvorbildern & dem eigenen Look

metropolitan-circus_katrinschlotterhose_kurze-Haare_1.jpg

Es ist nicht das erste Mal, dass ich meine Haare kurz trage – ich wusste quasi schon, was mich erwarten würde, aber es ist doch das eigene Gefühl, was dich jedes Mal davon abhält, den Schleier fallen zu lassen. Vielleicht findet man mich nicht mehr attraktiv oder vielleicht wirke ich jetzt zu maskulin. Ängste und Unsicherheiten gehen einem durch den Kopf, die maßgeblich von einer Gesellschaft geschaffen wurden, die lange Haare liebt und kurze als den Feind betrachtet.

Ich kann das so genau sagen, weil ich mir als Teenie den Kopf geschoren habe, Sinéad O'Connor sei dank. Nach der damals ersten Schreck-Sekunde war man ein anderer Mensch. Ich konnte mich nicht verstecken, weder hinter Haare noch in der Masse, denn mit dem Verschwinden der Haare war ich nur noch ich selbst. Und damit muss man umgehen lernen. Damals wurde ich aus Damentoiletten geschmissen und als Nazi beschimpft, ich hatte keine Dates, weil ich ja scheinbar bisexuell war und hinter meinem Rücken wurde so manch‘ ein Blödsinn erzählt. Komischerweise ist das an mir abgeprallt, ich fand mich gut so, ich fand mich irgendwie besonders mit kurzen Haaren. Damals war ich vielleicht 13 oder 14 und Sinéad O'Connor mein erstes Stilvorbild.

In den letzten Zwanzig Jahren hatte ich so einige Frisuren, meistens trug ich sie mittellang und lockig – das hat sich einfach als ein kleines Markenzeichen herauskristallisiert. Aber manchmal kommt man an einen Punkt, an dem man irgendwas vermisst, an dem man etwas Neues möchte, sei es in seinem Leben oder seinem Aussehen. Irgendwie hat sich das bei mir in den letzten Wochen schon angedeutet. Vielleicht war es mein persönlicher Girls Crush, Saskia de Brauw, der mich zwang meine Haare wegzurationalisieren, vielleicht konnte ich auch die niedlichen Locken einfach nicht mehr sehen. Ich muss schon zugeben, es ist wahrscheinlich die hirnrissigste Entscheidung, sich die Haare im Winter schneiden zu lassen, aber das Gefühl, welches mich umgab als ich den Frisör Salon verlassen habe, gab mir Recht. Ich fühlte mich, als wären mit all‘ den Locken ein paar Altlasten gefallen. Und meistens passiert nach so einer radikalen Veränderungen auch immer etwas Tolles, ich bin gespannt und halte die Augen offen.

#kurzehaaresindwastolles

New fragrance: Original by Anja Rubik

New fragrance: Original by Anja Rubik

Outfit: Studio White

Outfit: Studio White