Travel Diary: Lago d’Iseo The Floating Piers by Christo

Travel Diary: Lago d’Iseo The Floating Piers by Christo

 Floating Piers at Lago d´Iseo, fotografiert am 20.06.2016. Wer nicht in überfüllten Bussen nach Sulzano fahren möchte, pilgert zu Fuß. Foto: Steffen Roth

Die Flaoting Piers sind das erste große Projekt, welches Christo nach dem Tod von Jeanne-Claude im Alleingang stemmt. Das Art Magazin titelt gerade mit seinem Comeback als dem Kunst-Event des Sommers. Wir dachten 2 h würden ausreichen, einen Walk over Water zu bekommen. Naivität wird natürlich bestraft und so verbrachten wir fast den ganzen Tag damit auf die Piers zu kommen, darauf zu laufen und wieder aus der Masse herauszufinden, bei wohlgemerkt 35°Grad. Ein Highlight war es aber trotzdem. 

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Vom 18. Juni bis 3. Juli erlaubt es der bulgarisch-amerikanische Künstler Christo, der bisher gemeinsam mit seiner Partnerin Jeanne-Claude ( 2009) Großkunstwerke, wie den Verhüllten Reichstag in Berlin (1995), kreiert hat, über Wasser zu laufen. Klingt erst einmal bezaubernd.

Im Norditalienischen Sulzano, knapp 1,5h Autostunden von Mailand entfernt, liegt zwischen Comer See und Gardasee der beschauliche und wunderschöne Bergsee Lago d’Iseo. In der Mitte des Sees befindet sich eine kleine Insel, die nur mit dem Boot erreichbar ist – der perfekte Schauplatz für die grell-gelben Brücken, die Christo zwei Wochen lang schlagen wird. Normalerweise dauert die Planung seiner Großprojekte Jahre, ja sogar Jahrzehnte, denn die Kunst im Öffentlichen Raum benötigt Genehmigungen, und das sind zumeist in Anbetracht von Umwelt, Sicherheit und Koordination, Tausende. Die Floating Piers hatten dabei eine überraschend kurze Planungs- und Umsetzungszeit, nämlich nur 3 Jahre.

Die 3 km langen gelben Piers sind schon von weitem zu sehen, wenn man sich dem Schauplatz nähert. Aber erst einmal dort hinzugelangen, war an Tag 3 nach der Öffnung ein kleines Spektakel. Angedacht sind die Piers zum Flanieren, Verweilen, vielleicht Picknicken oder auch zur schnellen Abkühlung, die beiden letzten Optionen sind aufgrund von Sicherheitsvorkehrungen und Besuchermassen leider kurzfristig verboten worden. Trotzdem ist es unglaublich wie der gelbe Stoff auf alles reflektiert und die Umgebung und Menschen in warm-leuchtende Figuren taucht. Selbst das Wasser des Iseo-Sees bekommt eine völlig neue Farbschattierung und man möchte doch zu gerne einfach reinspringen. Einige fragten mich, wie es sei auf den Piers zu wandern. Mit Kinderwagen zwar etwas holprig, weil der Untergrund aus vielen Würfeln zusammengesetzt ist, aber es funktioniert erstaunlich gut. Man läuft quasi auf Stoff, der immer etwas nachgibt, ähnlich wie ein volles Wasserbett. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber daran und kann einfach die Aussicht genießen oder aber den Menschen aus dem Weg gehen;-).

Fakt ist, wenn ihr das 15 Mio. teure Christo Werk noch besuchen wollt, bringt auf jeden Fall etwas Zeit mit, nehmt unbedingt Sonnenschutz und Wasser mit, denn die Parkplatzlage rund um den See ist unglaublich strapazierend. Man läuft ca. 4 km bis zum eigentlichen Schauplatz, dabei muss man enge Straßen nutzen, die noch befahren werden und im eigentlichen Ort angekommen, wuseln Massen an Menschen herum. Es gibt zwar Bus-Shuttles zu den Parkplätzen, aber als wir am Tag 3 dort waren, waren selbst die überfüllt und mit Kinderwagen nicht mehr zugänglich.

 

Facts:

Kinderwagen sind erlaubt!

Anfahrt: Sulzano

Time: 18.Juni bis 3. Juli

Kosten: Parken/Tag 20€

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 Floating Piers at Lago d´Iseo, fotografiert am 20.06.2016. Foto: Steffen Roth

Bilder Steffen Roth


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