Tim Labenda Resort 2017 Botania

Tim Labenda Resort 2017 Botania

Ich gebe zu, Tim Labenda ist einer meiner Lieblingsdesigner in Deutschland. Nicht nur seine Designs, Farben und Schnitte treffen genau meinen Geschmack auch die Details jedes seiner Stücke sind enorm facettenreich und ausgeklügelt. Auch weil er im Laufe der Jahre ein lieber Freund von mir geworden ist, freut es mich ungemein für ihn, dass er in diesem Jahr den Europäischen Vorentscheid des Woolmark Prize gewinnen konnte.

Vor knapp drei Wochen präsentierte Labenda der Mailänder Jury einen geknüpften Wollbody, der nur mit einer aufwendig dekorierten Swarovski-Woll-Jacke gestylt wurde. Aller Kritik zum Trotze entschied sich Labenda ganz bewusst für dieses „unfertig-scheinende“ Outfit, weil diese Teile signifikant für seine Arbeit stehen. Zu Recht, seine Mühen wurden belohnt.

 

Heute habe ich für euch das wunderschöne Lookbook mit dem Gewinneroutfit des Woolmark Prize: Die Kollektion wurde von Bastian Jung an der Ostsee fotografiert und ein Gesicht bekommt BOTANIA durch das herausstechende Gesicht von Paula Schinschel. 


MC: Lieber Tim, Herzlichen Glückwunsch zum Europäischen Sieg des Woolmark Prize. Wie stellt man sich im Vorfeld dieser großen Herausforderung?

TL: Danke liebe Schlotti :) Ich bin selber noch ganz überrascht und kann es noch gar nicht richtig glauben. Ich fühle mich sehr geehrt und bin wirklich sehr stolz Europa im globalen Finale vertreten zu dürfen.

Die Herausforderung im Vorfeld bestand darin eine Kollektion zu kreieren die trotz des Einsatzes von Wollstoffen sommerlich und leicht daher kommt. Aber scheinbar ist meinem Team und mir das wunderbar gelungen :)

Bild: Bastian Jung

Bild: Bastian Jung

MC: Deine Kollektion wurde soeben im Modesalon präsentiert nun zeigst du auch dein unglaubliches Lookbook, welches an der Ostsee fotografiert wurde. Was hat dich zu dieser Kollektion inspiriert?

TL: Die Hauptinspiration kam von Matisse Oase. Er hat ja im späten Schaffensprozess bedingt durch sein Alter nur noch mit Scherenschnitten gearbeitet, die er ganz handwerklich ausgeschnitten und zu Kollagen zusammen geklebt hat. Mich hat die Nüchternheit und der handwerkliche Prozess sehr beeindruckt und ich wollte diese Formen, besonders die seiner Oase gerne in meiner Kollektion neu interpretiert, umsetzten. Daher findet man die Grundformen immer wieder, mal aus Swarovski-Kristallen eingearbeitet in Webpelz, der die Kontur verschwimmen lässt, mal handgeknüpft über ein Teil verteilt oder dreidimensional gefilzt.

MC: Du arbeitest in jeder Kollektion mit unterschiedlichen Materialien, in dieser vornehmlich mit Merinowolle. Man denkt ja immer, Wolle sein ein nachhaltiges Naturprodukt, doch es kommt immer wieder zu Überzüchtungen der Schafe. Wie nachhaltig ist denn deine Produktionskette?

TL: Unsere Produktionskette ist natürlich 100%tig nachhaltig. Wir arbeiten ausschließlich mit 100% australischer Merino Wolle, die neben der besten Qualität auch die natürlichste ist. Dabei achten wir zusätzlich darauf, dass alle unsere Stoffe das Woolmark-Prüfsigel bekommen und wir somit auch noch die australischen Schaf-Hirten unterstützen.

MC: Themensprung: Du kennst es aus Erfahrung, der deutsche Markt ist kein Leichter. Was wünschst du dir für die Zukunft einmal für dich als Designer und zum anderen für die Wahrnehmung des Deutschen Designs?

TL: Ich wünsche mir, dass der Markt endlich aufwacht und neuen Dingen eine Chance gibt. Für die Wahrnehmung Deutschen Designs wünsche ich mir, dass es international an Wichtigkeit gewinnt und ernst genommen wird.

MC: Nach dem Sieg ist vor dem Sieg. Wir glauben fest an dich und die nächste Runde im Woolmark Prize, der im Januar weitergeht? Wie sieht denn da gerade dein Fahrplan aus? Arbeitest du bereits weiter?

TL: Ja genau. Das Finale findet während den Couture Schauen in Paris, Ende Januar 2017 statt. Schon jetzt sammle ich erste Ideen, Inspirationen etc. für die neue Kollektion und freue mich besonders darauf meine Grundidee ausbauen zu können!

MC: Vilen Dank lieber Tim


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Bilder: Bastian Jung via Vogue.de

 

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