STOCKHOLM FASHIONWEEK - absolute Tragbarkeit & ein beeindruckender Nachwuchs

STOCKHOLM FASHIONWEEK - absolute Tragbarkeit & ein beeindruckender Nachwuchs

Die erste der Skandinavischen Modewochen in Stockholm ist gelaufen. Wir sichten erste Bilder, während wir im Insta-Stream bereits virtuell in Kopenhagen sind. Aber die Modelust will nicht so richtig überspringen.

Maria ist größter Skandi-Fan ever, ihre Liebe geht weit über modische Grenzen hinaus und selbst ihre Uni-Abschlussarbeit widmete sie der Zeitlosigkeit nordischer Mode. Bei einem unserer 30 Telefonate am Tag habe ich sie gefragt, wie sie die Kollektionen so fand, was cool war, wer begeistert hat. Sie sagte nur, sie sei enttäuscht. Bis auf die Nachwuchsdesigner und einige Entwürfe von Whyred seien die Kollektionen nicht ihr Ding und schlichtweg langweilig.

Mmh okay, dachte ich mir und habe mir selbst ein Bild verschafft. Ich klicke mich durch alteingesessene Marken wie Hope, Rodebjer und House of Dagmar und finde die Mode zwar nicht atemberaubend weltbewegend, aber schön. Ich habe ein wenig darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mittlerweile selbst Otto-Normal-Styler geworden bin. Der Großteil der plakatierten Bilder im Netz oder Offline sind hervorragend auftupiert: extrovertiert, sexy und laut. Würde ich mich selbst dort mit Photoshop hineinbauen, würdet ihr alle lachen. Und zwar laut.

Ich style mich einfach im Alltag so nicht. Mein Stil ist modern, minimalistisch und angezogen, genauso wie die Kollektionen, die gerade in Stockholm über den Laufsteg gingen. Bin ich dann gleich langweilig?

Ich verstehe Maria ein Stück weit, man erwartet vom Skandinavischen Modeprimus mehr Innovation in Sachen Design vielleicht auch neue Schnitte und eine neue Attitüde. Aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass das Skandi-Feeling in Sachen Mode ein wenig an Fahrtwind verloren hat. Looks wie die von Gucci, Prada oder Vetements haben gerade Hochkonjunktur im Modezirkel und entschuldige, dass ich das sage, aber Skandinavien ist gerade irgendwie nicht in. 

Bedeckte minimalistische Tragbarkeit steht bei den Nordlichtern über allem, das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Marken wie Whyred, Filippa K oder Rodebjer haben mit großen Ketten und Designern kooperiert und haben sich ganz einer DNA verschrieben, die nicht so ohne weiteres auf zyklische Moden übertragbar ist. Vielleicht empfinden wir deshalb die Mode gerade als langweilig. Es gibt einige Erklärungsversuche, ich für meinen Teil finde viele der Sachen toll. Aber wie gesagt, es ist erst eine, der drei Modeevents gelaufen, wir schauen einfach weiter und gucken uns hier schon mal die Highlights aus Stockholm an:


Whyred

Whyred AW17

Whyred AW17

Style: Ein Gucci-Feeling im Norden, Karos, farbenfrohe Fellapplikationen an Mänteln und Jacken, burschikose Nadelstreifen in der Womenswear, Rock über Hose, Leder und Tweed, Parkas über Sakkos, 70s Touch durch Material, Muster – und Stilmix, große Schnürungen als Akzent, abgesetzte farbige Nähte

Farben: grün, braun, türkis, rot,

Accessoires: Fellbesatz an Taschen, flache Schuhe, schmale Seidentücher als Kontrast, Taillengürtel über Jacken und Sakkos


House of Dagmar

House of Dagmar AW17

House of Dagmar AW17

Style: Die absolute Tragbarkeit bei Minus 10°C, Wickeltops und Midiröcke, weite Ärmel und asymmetrische Rocksäume

Farben: rot, schwarz, hellblau, khakigrün

Accessoires: Stiefel, Clutches, Schleifen und Rüschen


Rodebjer

Rodebjer AW17

Rodebjer AW17

Style: Utility-Wear hält Einzug in die minimalistische Garderobe, der Anzug wird zum Dauerbrenner im Herbst und der bunte Mix aus Mustern und Farben bringt ein Paris Flair in die Kollektion

Farben: grün, strahlendes blau, purple, rot

Accessoires: Adidas Samba, Fake Fur


Beckmans College of Design

Julie Borch Christensen by Mathias Nordgren

Julie Borch Christensen by Mathias Nordgren

Das Stockholmer Beckmans College of Design kollaborierte dieses Jahr mit sechs der bedeutendsten nordischen Fashion Brands und heraus kamen zwölf persönliche Abschluss-Kollektionen, basierend auf der Ästhetik dieser Label.

Acne, Back, House of Dagmar, Filippa K, Hope, Oscar Jacobson, Whyred und Orjan Andersson sowie das dänische Label 2NDDAY und Marimekko aus Finnland haben Einblick in ihre Designprozesse gegeben und zusammen mit den Studenten Ideen und neue Techniken entwickelt. Das Ergebnis ist so tonangebend, wie ich es von den nordischen Designtalenten kenne: sehr edgy, sehr lässig, sehr cool, sehr jung - sehr skandinavisch. äntligen!

Angelica Eichler

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Disa Gadd

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Sofia Hildebrand

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Bilder: Stockholm Fashionweek, Collage Maria Wallenstein




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