Recap: Paris Fashion Week

Recap: Paris Fashion Week

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DIOR, Maison Martin Margiela, Viktor & Rolf, Balenciaga

In Paris wurden dieser Tage Nägel mit Köpfen gemacht- die letzten wichtigen Schauen für dieses Jahr sind über die Catwalks defiliert und während wir uns für den Winter bereit machen, sind modisch gesehen alle Blicke schon ‘gen Sommer gerichtet. Der Pariser Chic der großen Häuser verhält sich ruhig, fast ungewohnt still, wohingegen junge Pragmaten mit neuen innovativen Locations und Performances das gebeutelte Modepublikum wieder wachrütteln. Es ist ihnen auch nicht zu verdenken, nach New York, London und Mailand ist Paris die letzte Etappe der großen Schauen. Nach nunmehr 100 offiziellen und inoffiziellen Schauen ist es Zeit für ein Resümee, der wichtigsten Trends aus der französischen Ecke für das kommende Jahr zu ziehen:

Die starke Karrierefrau kleidet sich im nächsten Jahr minimalistisch Männlich. Ein zurückhaltender Mix aus weiblichen Attributen trifft auch gradlinige Männerschnitte, die manchmal sogar ins Streberhafte ausarten können. Bei Viktor & Rolf werden alte Collageuniformen zum Vorbild und Martin Margiela schickt die Damen in einem Kaleidoskop aus Nevada meets Paris – simpel aber fordernd, über den Laufsteg. Raf Simons hingegen hat es nicht so mit dem Spiel der Geschlechter, er designt für das Haus Dior ruhige-feminine Linien, die mehr durch Formen und Materialien überzeugen- blumenartige Schnitte in klaren Farbkombinationen wie Orange und Rosa lassen die weibliche Zartheit erkennen, die auch Alexander Wang für Balenciaga thematisiert. Taillierte Schnitte in klaren Schwarz/Weiß-Looks legen den Fokus wieder auf eine schmale, feminine Silhouette.

 

Givenchy, Haider Ackermann Mitte, Dries van Noten

In diesem Jahr sehen wir einen neuen Ricardo Tisci, nach plakativen Statement-Pieces der letzten Saison will der Designer für Givenchy einen neune Kurs einschlagen. In der kommenden Saison treffen deshalb so konträre Welten wie Japan und Afrika aufeinander, die mit ausgefallenen Wickeltechniken und metallischen Materialkompositionen umgesetzt werden. Die Metall-Akzente der 80er Jahre sollten nun schleunigst aus dem Kopf verbannt werden, denn die glänzenden Oberflächen werden erneut Einzug in die Sommergarderobe halten, ob als lockersitzende Herrenhosen  wie bei einem Haider Ackermann oder als zarter Plissee bei Dries van Noten, der Trend aus Gold und Silber hat bestes Potenzial in die Alltagsmode aufgenommen zu werden.

 

Acne Studios, Christian Wijnants, Céline, Stella McCartney

Groß muss es sein, Körperteile bedecken und in Kontrastfarben überzeugen – die Übergrößen haben einen neuen Maßstab erreicht. Bei Acne sind es Pullover die bis weit über die Handflächen reichen, Christian Wijnants  designt überlange, weite Hosen und selbst Phoebe Philo kombiniert riesige Woll-Jumper zu zarter Spitze. Stella McCartney schleust das Volumen an den Hüften ein und revolutioniert die O-Form wieder neu. Aber ist soviel Volumen eigentlich tragbar in der Sommersaison? Eine Frage, die nur der Wettergott beantworten kann, aber bei soviel Gemütlichkeit, wünscht man sich doch glatt ein kühles Lüftchen im Sommer.

Kenzo, Acne Studios, Chloé, Céline

Zurück zur Kunst des 20. Jahrhunderts, zugegebenermaßen haben wir diese Tendenzen schon in der kürzlich gezeigten Prada-Kollektion erahnen  können. Nun zeigen auch die Pariser Designer ihren Mut zu expressionistischen Farben und Prints. Bei Kenzo ist es die blaue Phase, die eine Kollektion durchziehen kann, Jonny Johannsen legt bei Acne mehr Wert auf einen mediterranes Meeresaquarell und Clare Waight Keller mischt die Farben von Steppe und Wüste in ihrer aktuellen Kollektion für Chloé. Eine Ausnahme bildet Céline mit grafisches Op-Art-inspirierten Prints und knalligen Farben in Rot, Blau und Gelb.

Ann DeMeulmeester, Chloé, Isabel Marant, Ann DeMeulmeester

Eines der weiblichsten und grazilsten Materialien lässt sich wieder auf den Laufstegen blicken – Spitze. Die Farb- und Styling-Palette ist dementsprechend groß. Isabel Marant bevorzugt den Ethno-Style in Creme und Weiß und Chloé zaubert meeresblaue Roben in groben Stickungen und ausgestellten Godets. Eines der aufwendigsten Kompositionen zeigte die Belgierin Ann DeMeulmeester- Spitze im All-Over-Look in Statement-Rot und aufwendigen Tüll und Seiden-Lagen. Selbst Strümpfe und Jacken werden bei der Avantgardistin in den Look integriert und wenn es nicht die Spitze ist, werden es wohl ihre Hüte in die Must-Have Liste des nächsten Sommers schaffen.

//Schlotti

 

Mini-Apartment von Tengbom Architects

Mini-Apartment von Tengbom Architects

Showroom: Dior

Showroom: Dior