Recap: Haute Couture Spring/Summer 2014

Recap: Haute Couture Spring/Summer 2014

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Versace

Im Anschluss an die Berliner Fashion Week und auch nachdem die Herren der Schöpfung London, Mailand und Paris durchschritten haben, wird der Staffellaufstab an die graziösen Damen der Haute Couture weiter gereicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Zwar schreit Grazie nichts so laut wie die hohe Schneiderkunst, diese Saison gab es jedoch einige Überraschungen, insbesondere was die Schuhwahl anbetrifft.

Wir haben uns die Schauen mal von nah und auch mal von fern angeschaut und möchten euch nun die schönsten und beeindruckendsten Kollektionen und die wichtigsten Tendenzen vorstellen.

Versace und Alexandre Vauthier lieferten sich ein Kopf and Kopf rennen um den Titel: „fiercest collection of the season“. Dabei ließ sich Donatella von Grace Jones inspirieren und ließ ihre Models mit Kapuzenbesetzten-Bodycon dresses und Jumpsuits über den Catwalk laufen. Während Alexandre Vauthier sich vom Streetstyle und Hip Hop hat inspirieren lassen. Körpernah, -näher, ein wenig too much.

Giambattista Valli

Auch Giambattista Valli setzte dieses Mal auf kurze, sexy Cocktailkleider. Er schafft es jedoch dieses sehr geschmackvoll umzusetzen – wie sollte es auch anders sein, es ist schließlich Valli. Erst zum Ende spielt er seine Red-Carpet-Karte aus und das alles mit viel Farbe, gerne auch als Colour-blocking.

Ulyana Sergeenko

Elie Saab bleibt Elie Saab und kreiert seine Prinzessinen-Kleider, während Ulyana Sergeenko auf ein besonderes Erfolgsrezept setzt: eine japanische Stewardess namens Marilyn M. Und irgendwie geht es auch dieses Mal wieder gut. Nicht in jedem Entwurf, aber fast.  Bei Valentino geht es an die Oper und in den Garten von Eden. Schlangen, Tiger und andere Tiere schlingen sich um die einzelnen Entwürfe. Und zwischendurch wird es ganz clean und ruhig. Vielleicht um dem Auge eine kleine Pause zu gönnen, von den großzügig bearbeiteten Kleidern.

Valentino

Diese Saison möchte Karl bei Chanel vor allem eins: mit seinen Roben nicht über die Wolken vermögende, alte – excusez moi -  reifere Damen ansprechen, sondern mit seinen reich an Pailletten und Perlen bestickten Radlerhosen, Turnschuhen, Knieschonern und Bauchtaschen (ja ganz richtig, Bananen sind top) ihre Enkelinnen verzaubern.

Chanel

Auf eines kann man sich bei den Schauen von Viktor Horsting und Rolf Snoeren gewiss immer verlassen: langweilig wird es nicht. Ihre Kollektionen finden immer in einem sehr durchdachten und spektakulären Ambiente statt. Mit irgendeinem Clou schaffen es die Niederländer immer wieder, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dieses Mal casteten die beiden das niederländische Staatsballett und schickten die Prima Ballerinas als Mannquins über den Laufsteg. (Wieder ein Beweis, dass Ballett und Mode sehr verbunden sind). Ihre Kleider wurden aus einem überraschend hautähnlichem Latex genäht und geschickt Tattoo-artig handbemalt. Man musste schon zweimal hinschauen um bei einigen Kleidern feststellen zu können, ob es sich bei dem kleinen Schlitz oder Cut-Out um Haut oder Latex handelt.

Viktor & Rolf

Masion Martin Margielas Kollektionen sind immer wie aus einer anderen Welt.  Dieses Mal war Recycling das Thema. MMM ließ alte Stoffbahnen, Bauhausstilteppiche, Schals aus den 20ern und andere Textilien einfliegen, um daraus eine neue moderne Kollektion zu gestalten und zusammen zu setzen. Auch bei MMM wurden Elemente von der Kunst des Tätowierens gewählt und zu Kleidung umgesetzt. Eine sehr vielfältige und spannungsvolle Kollektion.

Maison Martin Margiela

Kommen wir zu meinen persönlichen Siegern diese Woche: Dior und Armani Privé. Mal wieder.

Doch auch wenn man mein persönliches Steckenpferd für Raf Simons beiseite legen würde, so könnte man trotzdem sagen, dass diese Kollektion einfach atemberaubend schön, unbeschreiblich feminin und poetisch war. Vom Anfang bis zum glorreichen Ende und bei jedem Kleid dazwischen.  Die Kreationen waren so leicht, von einer unheimlichen Frische und Jugendlichkeit, dass man den Frühling förmlich riechen konnte. Geschicktes Layering, präzise Cut-Outs und skulpturale Einsätze gaben den Ton an. Nur in Sachen Farben hielt sich der Belgier zurück: Weiß und Marineblau, ein Tupfer Nude oder Mintgrün reichten ihm dieses Mal schon aus. Und warum sollte er auch zu kreischenden Farbkombination greifen: der Fokus lag ganz klar auf den Silhouetten und der detailverliebten Verarbeitung.

Dior

Bei Armani Privé gehen mir leider die Adjektive aus. Giorgio Armani kreierte eine mystische byzantinische Nomaden-Kollektion. Er ließ seine Damen behauptet mit großen Seidentüchern, beschmückt mit Chandlierohrringen und bekleidet in feinstem Seidensatin daher schreiten. Aufwendig bestickte oder aus feinster Spitze gemachte Blazer, Jacken und Westen, plissierte Marlene-und weite Haremshosen waren genauso zu sehen wie elegante ein wenig gypsy- angehauchte glitzernde Roben.

Armani Privé

Trends und Tendenzen während der Haute Couture Week zu bestimmen ist immer eine andere Geschichte als während der Pret-à-Porter oder Ready-to-Wear Fashion Week. Wie der Name bereits sagt, sind diese Kollektionen nicht für den ganz normalen Alltag und schon gar nicht für den ganz normalen Geldbeutel bestimmt. Haute Couture verlangt nach einem bestimmten Anlass. Sei es nun die Oscar Verleihung, eine Einladung bei einer Soirée eines Scheichs oder einer königlichen Hochzeit (ok, ich überspitze es ein wenig), diese Roben müssen gesehen und bewundert werden, ansonsten wäre es einfach zu schade.

Zwei Modehäuser jedoch stachen mit ihren Entwürfen und der Idee dahinter besonders heraus und es handelt sich dabei um keine anderen als die großen Klassiker Dior und Chanel: sie befinden sich mit ihren sporty Sneakers bereits mit einem Bein in der Zukunft.

//Inna Fischbuch

Bilder: PR

 

Amsterdam: Pics & Impressions

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Design Hotel Amsterdam: Hotel The Exchange

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