LOSE CONTROL – Die Jogginghose hat die Komfortzone verlassen

LOSE CONTROL – Die Jogginghose hat die Komfortzone verlassen

Ich werde jetzt hier, am Tag der Jogginghose (wer denkt sich sowas eigentlich aus?), nicht Karl Lagerfelds berühmtes Zitat als Intro verwenden, denn Erstens: wer kennt es nicht? Und Zweitens: Es stimmt nicht mal.

Zumindest auf mich trifft es nicht zu. Wenn ich mich nach einem langen Tag in meine geliebte Adidas Originals schmeiße, bin ich endlich bei mir - ein wohliges Gefühl der Gemütlichkeit durchströmt meinen Körper, aller Stress verfliegt und ich fühle nichts als den weichen Innenfutter-Flaum auf meiner Haut. Ich habe die Kontrolle über mein Wohlbefinden zurück!

Bilder Marlen Mueller

Bilder Marlen Mueller

 

Vermutlich meint Karl der Große aber nicht dieses Ritual, wenn er von Kontrollverlust im Leben eines Menschen spricht, der gerne Jogginghosen trägt. Ihn stört eher das Ausführen der gemütlichen Hose aus den eigenen vier Wänden.

Aber warum eigentlich? Darf es nur zu Hause bequem sein? Bedeutet es, dass man keinen Wert auf sein Äußeres legt, wenn man vor Verlassen des Hauses nicht noch einmal die Hose wechselt? Mag sein, dass das auf Einige zutrifft, aber auch hier muss man sagen - so what? So gern ich mir morgens überlege, was ich wie trage, so sehr ich es mag, gut gekleidet zu sein - so sehr liebe ich auch den Moment ohne BH aus dem Haus zu gehen und noch nicht einmal mein Schlaf T-Shirt ausgezogen zu haben (vor allem nach den Tagen der Berliner Fashion Week). Fuck it! ist da die Devise und sie sollte es viel öfter sein. Diese Attitüde ist für mich die konsequenteste Form, die Jogginghose auf die Straße zu bringen, aber es darf natürlich gern auch etwas weniger rotzig sein

Bilder Marlen Mueller & Pinterest

Bilder Marlen Mueller & Pinterest

Die Jogginghose verlässt nämlich gerade die Comfortzone des heimischen Wohnzimmers und traut sich auf die Straßen dieser Metropolen. Wer das initiiert hat? Marken wie Vetements, Balenciaga, Chloé oder Stella McCartney überarbeiten die Retro-Modelle der 70er und 80er Jahre und schicken Seidenmodelle mit seitlichen Zippern, Ziernähten oder Rallye-Streifen über die Laufstege. Von Kontrollverlust ist nichts zu spüren, ganz im Gegenteil die Straße nimmt den Sportlook dankend auf und kombiniert nicht wie im heimischen Wohnzimmer mit T-Shirt und Sweater sondern mit edlen Blusen, Fake-Fur-Mänteln oder sogar mit Pailletten. Noch nicht einmal Sportschuhe werden mehr mit der neuen Jogginghose in Verbindung gebracht, man trägt nun Pumps oder Brouges um eine größtmögliche Gegensätzlichkeit zu erzeugen.

Wir haben hier für euch ein paar Streetstyle Beispiele rausgesucht und finden: der Schlabberliebling kann durchaus ein modischer Hingucker sein! Oder was sagt ihr? 


Bilder: Marlen Mueller & Pinterest



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