Label Watch:  Rosetta Getty

Label Watch: Rosetta Getty

“If I’m not doing a collection, I’m talking about it”  

Vor ein paar Tagen hat Rosetta Getty unter ihrem gleichnamigen Label auf der New York Fashionweek ihre neueste Ready-To-Wear Kollektion präsentiert. Das dreijährige Label hat damit einmal mehr nicht nur die Kritiker begeistert.

About Rosetta Getty

“Rosetta Getty” wurde im März 2014 gelaunched doch es ist lange nicht das erste Label, welches das ehemalige Model hervorgebracht hat. Schon 1997, während ihres Modedesign Studiums am Otis College of Art and Design in Los Angeles, gründete sie unter ihrem damaligen Namen Rosetta Millington eine Luxusbrand für hochwertige Kindermode. Die Linie wurde so schnell ein Erfolg, dass sogar ihr damaliger Lehrer anfing für sie zu arbeiten. Doch dabei sollte es nicht bleiben: 10 Jahre später verkauft sie ihr Label und gründet 2007 die Linie “Riser Goodwyn” - eine kleine Kollektion aus Red Carpet Roben und Cocktailkleidern, die ihr von Hollywood’s Schauspielerinnen förmlich aus der Hand gerissen werden.

 

Rosetta Getty via Garance Dore

Rosetta Getty via Garance Dore

 

Ihre Kontakte in die High Society LA’s hat sie nicht nur ihrem Ehemann Balthazar Getty, Schauspieler, DJ und Millionenerbe der Getty-Familie, mit dem sie vier Kinder hat, zu verdanken. Schon als 14-Jährige jettete sie zwischen Mailand, Paris und New York umher und stand als Model vor den Kameras namhafter Fotografen, bevor sie sich entschloss Mode zu machen.

Ihren Zugang zur Mode bekam sie aber schon weitaus früher. Das quirlige Mädchen aus einem Künstlerhaushalt probierte sich schon früh selbst am Kleidungsstück: Sie nähte selbst, änderte ihre Kleider ab und brachte sich so autodidaktisch die ersten Handgriffe des Schneiderhandwerks bei.

 

Die Mode von Rosetta Getty

Betrachtet man den Querschnitt von Rosetta Getty’s Mode werden ihre Einflüsse und Inspirationen schnell klar: es gibt Referenzen zur Kunst, die Unabhängigkeit der Frau wird in den Fokus gestellt und die Tragbarkeit ihrer Kollektionen ist das oberste Gebot der Designerin. Sie selbst trägt hauptsächlich ihre eigenen Kleider, es ist Teil ihres Schaffensprozesses und eine Qualitätskontrolle. Aber sie weiß auch sehr wohl, wie man den verwöhnten LA Girls die neue Coolness verkauft:

Edle Stoffe garantieren hochwertige Qualität, wohingegen die Schnitte eher schlicht und elegant als opulent und schwerfällig gefertigt sind. Tragbarkeit ist dabei ihre treibende Kraft und zwar für jede Frau und jede Silhouette. Ihre Fertigungen schmeicheln jeder Größe und fügen selbst androgynen Körperformen eine elegante Weiblichkeit hinzu.


Rosetta Getty AW 2017/18

In ihrer aktuellen Kollektion hat sie mit der Künstlerin Alicja Kwade zusammengearbeitet.  Es geht um Spiegelungen und Reflektionen, die sich einerseits im Artwork der Bilder zeigen, aber auch in die Oberflächen der einzelnen Stücke miteinfließen.

Getty’s ursprüngliche Prinzipien und ihre Vorliebe für minimale, architektonische Formen, die Verwendung luxuriöser Texturen und Kwade’s künstlerischer Einfluss, brachten eine elegante Kollektion hervor mit so einigen Want - und Must-Haves: lange Seidenkleider, Krepp-Tuniken, schmale Jersey-Hosen mit weiten Saumabschlüssen sowie Hingucker-Mäntel aus Lack-Leder.

Einziges persönliches Dislike dieserbeeindruckend sleeken Kollektion: die zwei allover Pelzjacken. Vermutlich nach wie vor Klassenschlager bei Getty’s reichen Kundinnen - für meinen Geschmack hauen sie jedoch eine Kerbe in die ansonsten sehr unaufdringliche Luxus-Attitüde dieser Herbst 2017 Linie.


Bilder: Vogue Runway, Pinterest



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