Kommentare zur Modewoche: Milena & Amelie vom Amazedmag

Kommentare zur Modewoche: Milena & Amelie vom Amazedmag

Das Interessante nach einer Großveranstaltung wie der Modewoche Berlin ist der Austausch untereinander. Hier formen sich erst die Meinungen und das Gesehene kann unter verschiedenen Gesichtspunkten auseinander genommen werden.  Ich liebe es sehr nach der Modewoche mit Menschen darüber zu sprechen, aber meistens wird das Gesagte oder manchmal auch Gedachte nie öffentlich.

In diesem Jahr möchte ich euch Leser gern daran teilhaben lassen. Ich habe Branchenkenner, Journalisten und Blogger befragt, wie sie die vergangene Woche im Zeichen der Mode wahrgenommen haben. Einen ganz lieben Dank schon mal im Vorfeld für eure Zeit und Mühe, denn die meisten der Befragten sind gleich nach der Fashion Week zum nächsten Großereignis geeilt: Der Couture Woche in Paris.  


Die Bloggerinnen Milena & Amelie von amazed treffe ich regelmäßig auf sämtlichen Events in ganz Deutschland. Was sie von anderen Blogs abhebt? Ihr Stil ist authentisch, sie sind schon sagenhaft lange im Business und haben eine Menge zu erzählen. Außerdem mag ich ihren modischen Stil sehr gerne, deshalb hat es mich natürlich interessiert, wie die beiden Münchnerinnen die Modewoche fanden:

MC: Wie bereitet ihr euch auf die Berlin Fashion Week vor?

A: Wir sortieren unsere Show- und Eventeinladungen und unsere Termine vor Ort, damit wir in der Woche nicht den Überblick verlieren.

M: Außerdem setzen wir Prioritäten und planen, wie wir unsere Lieblingsshows und die schönsten Termine unter einen Hut bekommen.

MC: Mal ganz ehrlich: Überlegt ihr euch Outfits?

A: Ja. Wir reisen schließlich nicht mit vier Koffern an, sondern haben einen einzigen für eine Woche. Da ist nicht sonderlich viel Platz und 1-2 Outfits überlegen wir uns deshalb mindestens.

M: Nachdem ich früher einfach vieles in den Koffer geschmissen habe und dann vor Ort auf dem Schlauch stand, überlege ich mir mittlerweile Outfits – schon allein aus praktischen und zeitlichen Gründen. Teile, die immer und zu allem gehen, werden aber trotzdem noch mit eingepackt.

MC: Ist die Berliner Modewoche für euch inspirierend?

A: Ja. Wobei ich zugeben muss, dass sie früher inspirierender für mich war. Mein Highlight dieses Jahr waren bestimmte Menschen auf dem Berliner Modesalon. Gäste, die einfach interessant aussahen.

M: Auch, wenn der Inspirationsgrad nachgelassen hat, sind bestimmte Shows und Gäste immer noch inspirierend. Sonst wären wir auch nicht mehr hier!

MC: Habt ihr neue Trends, Ideen oder Labels gefunden?

A: Artikelideen vor allem - zum Teil kritisch, zum Teil lobend. Trends gab es auch ein paar wie beispielsweise die Cargohose oder ein großer Ohrring. (wobei letzteres jetzt auch nichts Neues ist)

M: Tatsächlich regt die Modebranche mittlerweile immer mehr zum Nachdenken im negativen Sinne an - Leider. Ideen für kritische Artikel haben wir nach dieser Woche also genug. Neue große Trends findet man in Berlin weniger, dafür aber viele kleine, aber feine Details.

MC: Welcher Designer war euer persönliches Highlight?

A: William Fan. Mit Abstand. Die Show war mehr als nur Kleidung, sondern ein durchweg schlüssiges Konzept, das mir Gänsehaut bereitet hat.

M: Auf jeden Fall William Fan, das sehe ich auch so. Außerdem Odeeh, eine meiner ewigen großen Lieben.

MC: Was ging absolut gar nicht?

A: Bei gewissen Shows ist es offensichtlich, dass es nur ums Geld geht und darum, wer eingeladen wird. Natürlich ist das Publikum für alle wichtig, manche Designer übertreiben es aber in meinen Augen mit dem Auflauf und verlieren dadurch an Ernsthaftigkeit und Authentizität in ihrer Mode und den Designs, um die es doch eigentlich gehen sollte.

M: Auch das Thema Influencer als Laufstegmodels finde ich in Berlin fragwürdig – Wenn schon, dann richtig, wie bei D&G. Aber was Influencer in roten Bademänteln auf dem Laufsteg sollen, weiß ich nicht so recht.

MC: Was macht ihr in Berlin, wenn ihr zur Modewoche kommt, am liebsten?

A: Essen. Mich mit alten Freunden und Bloggerfreundinnen austauschen. Die Shows meiner liebsten Designer besuchen.

M: Gespräche mit Bloggern führen, die die Branche ähnlich lang wie wir kennen. Die guten Shows besuchen. Und natürlich im Klub Kitchen essen!

MC: Welches Kleidungsstück verbindet ihr mit Berlin?

A: North Face Jacken (ja, ja, ich weiß schon, die sind eigentlich schon wieder durch…)

M: Trainingshosen

MC: Tragt ihr selbst deutsche Designer?

A: Ja! Einige sogar.

M: Ich tatsächlich mehr die Skandinavier, aus Deutschland trage ich vor allem Schmuckdesigner.

MC: Was war die Quintessenz dieser Modewoche?

A: Dass man mit Menschlichkeit und Nettigkeit beeindrucken kann.

M: ...wie eigentlich immer!

MC: Danke ihr Lieben.



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