Kommentare zur Modewoche: Heute Wir!

Kommentare zur Modewoche: Heute Wir!

Wir hatten die ganze Woche über tolle Kommentatoren. Manuel von der Frankfurter Rundschau, Amelie & Milena vom Blogazine amazed, Swantje hat uns aus Beautysicht berichtet und am Freitag ist Julia vom ICONist online gegangen. Wir haben mit Freude die unterschiedlichen Meinungen gelesen und dem ein oder anderen wird auch aufgefallen sein wie Berlin tickt, wo vielleicht Sachen noch nicht geklappt haben und welche Grundtendenz die Modewoche in Berlin hatte. Als letzte sind wir nun an der Reihe:

 MC: Wie bereitest du dich auf die Berlin Fashion Week vor? Wie selektierst du die diversen Veranstaltungen?

KS: Ich mache es wie meine Vor-Kommentatoren. Ich sammle Save-the-Dates und versuche sie strukturiert in einen Plan zu bringen. Steht dann erst einmal eine Excel-Tabelle, beantworte ich die vielen E-Mails. Überaus dankbar bin ich jedoch über die zahlreichen Reminder, welche Agenturen aussenden, denn mein gebeuteltes Hirn vergisst immer mal wieder ein Event. In diesem Jahr habe ich es sogar geschafft eine durchaus wichtige Veranstaltung einfach zu vergessen. Kommt vor, niemand ist unfehlbar. Aber wie man sicherlich merkt: ein guter Überblick ist Gold Wert.

MW: Ich habe es ehrlich gesagt etwas leichter als Schlotti, da ich a) noch kein alter Hase im Geschäft bin und die persönlichen Einladungen dadurch überschaubar waren und ich somit b) gar nicht erst in die Bredouille kam, mich zwischen Events entscheiden zu müssen. Ich konnte also vorher ganz in Ruhe recherchieren und entscheiden welche Designer, Shows, Messen und Events mich interessieren und zu denen ich dann auch wirklich hingehe. Dieses Jahr kam natürlich auch hinzu, dass wir als Metropolitan Circus das erste Mal im Doppelpack die Shows und Events besucht haben, weshalb die Auswahl natürlich auch mehr aus beruflichen als aus privaten Gründen getroffen wurde.

MC: Mal ganz ehrlich: Überlegst du dir Outfits?

KS: Ja ich überlege mir Outfits. Ich frage vor der Modewoche Agenturen an, ob ich mir Samples leihen kann, in der Hoffnung Zeit zu finden, diese auch zu posten und zu fotografieren. In diesem Jahr hat das nur so semi funktioniert, weil mein einjähriger Sohn leider krank geworden ist. Auf die Frage hin, wie man Outfits auswählt, kann ich nur sagen, Funktionalität und modischer Style sollten sich in der Mitte treffen. Ich bin nie die extrovertierte Stylerin gewesen, also bin ich das bei der Modewoche auch nicht. Was aber überaus wichtig ist: ein guter Mantel.

MW: Ich frage zwar keine Agenturen an, aber zu behaupten ich würde erst kurz vor Verlassen des Hauses entscheiden was ich anziehe, wäre gelogen. Ich überlege mir auf jeden Fall vorher was ich anziehe (zumindest den Grundstock) und ich habe nach wie vor Freude daran. Warum auch nicht? Vielleicht ist es maximal cool zu behaupten, man würde sich keine Gedanken machen und dann trotzdem on point gestylt zu sein, aber diese I-woke-up-like-this-Attitüde kaufe ich niemandem ab. Die Fashion Week ist nach wie vor ein besonderes Event auf das sich alle Modeinteressierten trotz aller Berliner Coolness insgeheim freuen und da kann man auch mal etwas extrovertierter gekleidet sein oder Styles ausprobieren, die man jetzt nicht unbedingt beim Gang zum Bäcker tragen würde.

Maria & Katrin by Marlen Mueller

Maria & Katrin by Marlen Mueller

MC: Ist die Berliner Modewoche für dich eine Inspiration?

KS: In den letzten Jahren war sie das leider nicht. Aber ich habe irgendwie meine Einstellung dazu geändert. Ich suche nicht mehr das absolut neue vom neusten. Ich freue mich, wenn mir einzelne Teile bestimmter Kollektionen gefallen. Die kommen dann auf meine Wunschliste und wenn die Jobs gut laufen, kann ich mir das ein oder andere Teil vielleicht auch leisten. Kleine Anmerkung: Ich habe eine sehr stilsichere Frau gesichtet, sie trug eine tolle Granny-Strickjacke. Seiher durchforste ich das Netz nach Granny-Strickjacken, vornehmlich in Rot. Sorry, aber in diesem Fall bin so eine Nachmacherin.

MW: Es kommt drauf an in welcher Hinsicht. Ich könnte den ganzen Tag Menschen und ihre Verhaltensweisen beobachten, das ist eines meiner heimlichen Hobbies und inspiriert mich sehr zum Imitieren. Auf der Fashionweek kann ich mich deshalb manchmal gar nicht satt sehen an all den Selfie-Machern, Girls im Kleidchen bei -10 Grad und C-Promis im Blitzlichtgewitter. Herrlich. Modisch betrachtet muss ich sagen, leider nicht so sehr. Da freue ich mich mehr auf die anstehenden Modewochen in Skandinavien, denn da sind die Besucher wirklich ein Hingucker und auch die Labels, die ihre neuen Kollektionen zeigen, catchen meine Aufmerksamkeit um einiges mehr.

MC: Hast du neue Trends, Ideen oder Labels gefunden?

KS: Nicht unbedingt. Ich wurde aber oft in meiner Annahme bestätigt: deutsche Marken sind super tragbar. Das haben bestimmte Labels sehr gut gezeigt. Auf dem Schirm habe ich seither wieder Karos und die Kombination:  Kleid über Hose, wie etwa bei Malaikaraiss oder Odeeh.

MW: Neue nicht aber ich war von unserer Begegnung mit dem Geschäftsführer des sehr traditionsreichen schottischen Labels Johnstons of Elgin, das es bereits seit über 200 Jahren gibt, sehr angetan. Ich kannte das Label zwar, aber ich wusste nicht, dass es eine so lange und beeindruckende Geschichte hat - von der Qualität der Ware (vor allem feinste Kaschmir-Wolle) und ihrem Engagement in der Nachwuchsförderung ganz zu schweigen. Dass es eine Marke schafft so lange am Leben zu bleiben und dabei sich selbst und seinen Standards treu bleibt, ist eine Besonderheit in dieser Branche und ein schönes Gegenbeispiel zur Schnelllebigkeitund zum Fast-Fashion-Wahnsinn unserer Zeit.

MC: Welcher Designer war dein Favorit?

KS: William Fan, Malaikaraiss und Perret Schaad. Alle drei stehen für etwas Besonderes in der deutschen Mode. Leider habe ich die Kollektion von Tim Labenda, wegen des anstehende Woolmark Prize, nicht wirklich sehen können, sonst wäre er natürlich auch in der Liste gelandet. 

MW: Mir hat die Kollektion von Julia Seemann sehr gefallen und obwohl die beiden keine Show hatten und auch (unverdienter Weise) nicht im Modesalon vertreten waren, waren zur diesjährigen Berliner Fashionweek Richert Beil meine Favoriten. Ich kannte diese beiden sehr sympathischen und angenehmen jungen Leute noch nicht und es sind genau diese Begegnungen, die mir wieder klar machen, warum ich Mode so liebe und was das Schöne an ihr ist: Nämlich die Menschen, die hinter einer Brand stehen, eine Geschichte erzählen und am Besten neben tollen Designs auch noch Anspruch an Qualität und Verarbeitung haben - so wie Richert Beil aus Berlin.

MC: Was ging absolut gar nicht?

KS: Ich habe mich mit Leuten unterhalten, denen die Arroganz förmlich aus der Nase lief.

MW: Haha, Schlotti - I feel you!! Aber das ist ja auch nichts Neues und scheint wohl irgendwie dazu zu gehören. Mich konnte ehrlich gesagt nichts schocken, was ich nicht in den Jahren zuvor auch schon erleben durfte. 

MC: Welches Kleidungsstück verbindest du mit Berlin?

KS: Plateau-Stiefeletten. Ich weiß nicht, warum die noch getragen werden.

MW: Fake Fur Jacken und Netzstrumpfhosen. Die Kombi finde ich eher…schwierig.

MC: Trägst du selbst deutsche Labels?

KS: Ja und zwar sehr gerne. Ich bin großer Fan von Tim Labenda. Ich spare gerade auf eine Tasche von Alesya Orlova, ich liebe den hippiesken Ansatz von Black Velvet Circus und der Strick von Maiami ist atemberaubend.

MW: Ok. so viel kann ich jetzt nicht auffahren, aber ein deutsches Label (neben Richert Beil), das mir sehr entspricht ist Aeydē. Ich mag ihre Ästhetik - vom Design der Schuhe angefangen bis hin zum Social Media Auftritt.

MC: Was war die Quintessenz dieser Modewoche?

KS: Der helle Funkenflug der Social Media, der leider so fad ist wie ein Glas Wasser.

MW: Es gibt Menschen in der Branche, die wirklich etwas können. Und damit meine ich nicht Follower generieren (obwohl das wohl auch eine Kunst für sich ist)




Time Out: Drei Tage Wellness & was man wirklich braucht

Time Out: Drei Tage Wellness & was man wirklich braucht

Kommentare zur Modewoche: Masha Sedgwick, Bloggerin & Influencerin

Kommentare zur Modewoche: Masha Sedgwick, Bloggerin & Influencerin