Interview Miriam Jacks

Interview Miriam Jacks

Miriam Jacks Make-Up Artistin, Art Directorin und Designerin

Das muss das Paradies sein. Ein Paradies für Frauen. Ich sitze auf einem ultra-gemütlichen Retro-Lounge-Sessel inmitten von außergewöhnlichen Beauty-Schätzen - einer erlesenen Auswahl internationaler High Class-Labels wie Tokyo Milk, Ellis Faas, Cosmetics á La Carte, Figs & Rouge, davines, Butter London sowie das australische Kultlabel Gorgeous Cosmetics uvm. Unweit von mir wird gerade ein atemberaubendes Make-up gezaubert und aus der Hair-Lounge kommt mir das Rauschen eines Föns entgegen.

Ich fühle mich irgendwie mittendrin im bunten Treiben des neuen Hot Spots am Münchner Beauty-Himmel. Als ich das erste Mal JACKS beauty department betrat, wurde ich sofort in den Bann gezogen. Weil dieses Konzept außergewöhnlich ist – einfach „anders“. Dieses Refugium der Schönheit wurde mit so viel Kreativität und Liebe zum Detail gestaltet, dass es einfach im Kopf bleibt. In jedem Winkel des Stores findet man kleine Kostbarkeiten und überall gibt es etwas Aufregendes zu entdecken, was das Frauenherz schneller schlagen lässt. Elegant und zugleich verspielt, romantisch und doch modern- all diese Begriffe spiegeln sich im Konzept von JACKS beauty department wieder.

Dahinter steckt Miriam Jacks, international gefragte Make-Up Artistin, Art Directorin und Designerin. Mit gerade mal 29 Jahren ist sie auf ihrem Gebiet längst eine Koryphäe.

Ich traf die sympathische Frohnatur in ihrer Münchner Dependance zum Interview:

MC: Miriam, Du arbeitest international als Haar- & Make-up Artist, bist seit 2011 National Make-up Artist von  L‘ORÉAL Paris und hast einen eigenen Laden in Berlin und  Deinen ersten Franchise-Store in München. Ein steiler, erfolgreicher Werdegang. Wie hat denn alles angefangen, wer oder was hat Dich inspiriert, diesen Weg einzuschlagen?

MJ: Das fing schon ganz früh in meiner Kindheit an. Meine Eltern besaßen eine große Modekette und somit war die gesamte Familie stets auf Fashion Shows und Order-Messen präsent. Die Fashion-Luft schnupperte ich also von Anfang an. Zudem ging ich auf eine Waldorf-Schule und habe dort Theater gespielt und ständig mit dem Make-up experimentiert. Als ich 13 war, suchte ich bereits nach einer Make-up Schule. Nach der 12. Klasse ging ich als Au Pair-Mädchen für 1 Jahr nach New York und wohnte bei einer Familie, die in der Musik-Branche tätig war. Ich hatte also ständig Kreative um mich herum. Nach einem Jahr ging´s dann nach LA. Dort lernte ich an der Make-up Designory School. Zurück in Köln reichte mir das Schminken allein jedoch nicht aus. Ich sprühte vor Ideen und Inspirationen, welche ich auf meinen Reisen mitnahm. Angetan hatten es mir vor allem die kleinen Make-up-Läden mit einer ausgewählten Selektion an Nischen-Produkten, die hier in Deutschland kaum erhältlich sind. Die Idee war geboren: Im Mai 2009 eröffnete ich JACKS beauty department in Berlin. Später folgte dann noch der Online Shop und eben die kürzliche Eröffnung meines ersten Franchise Stores in München.

Jacks beauty department in München

MC: Und wo geht die Reise noch hin? Welche Visionen hast Du?

MJ: Ich möchte dieses Konzept unbedingt noch ausbreiten – in mehreren Städten. Toll wären Hamburg, Köln oder Düsseldorf. Zudem möchte ich, neben meiner eigenen Pinsel-Linie, noch eigene Make-up Tools wie stylische Make-up Bags und schicke Accessoires entwerfen. Ich kann einfach nicht still stehen – ich sprudele nur so vor Ideen.

MC: Dein Erfolg in allen Ehren. Aber gibt es denn auch mal Fehlentscheidungen oder Momente, in denen auch mal was schief geht?

MJ: Oh ja, natürlich gab es die. Zu genüge sogar. Ich bin Partnerschaften und Kooperationen eingegangen, die sich im Nachhinein als fataler Irrtum heraus stellten. Leider habe ich dabei sehr viel Geld verloren. Aber ich sage mir immer: „Learning by doing“. Ich habe mir stets alles selbst beigebracht. Dazu braucht man jedoch einen langen Atem und eine Unmenge an Ehrgeiz. Ganz wichtig: man muss sein Konzept lieben und leben, daran festhalten und seine Ziele hartnäckig verfolgen. Meine Eltern standen stets mit ihrer vollen Unterstützung hinter mir – mein Vater war mein Mentor. Beiden habe ich viel zu verdanken.

MC: Die Make-up Trends ändern sich ständig. Folgst Du diesem Trend bedingungslos oder hast Du in all den Jahren mittlerweile Deine eigene, unverwechselbare Handschrift entwickelt?

MJ: Nein. Man lässt sich natürlich von Trends oft leiten aber ich schminke vielmehr nach der Persönlichkeit, nach dem Look, welchen die Person verkörpert. Man muss in diesem Geschäft flexibel sein. Für mich ist der Anlass, für welchen geschminkt werden soll ausschlaggebend. Oft frage ich auch, was die Person beruflich macht.

JBD hat eine tolle Auswahl an Nichen-Produkten

MC: Trotz dieses ausgefüllten Arbeitsalltags, hattest Du 2009 beschlossen, noch eins drauf zu setzen: Deine eigene Pinsellinie JACKS beauty line. Wie kamst Du denn auf diese Idee?

MJ: Die Idee im Kopf hatte ich bereits 2009, zu Beginn der Gründung meines Stores in Berlin. Auf den großen Fashion Shows oder auf Fotoshootings arbeitet man ja immer in großen Teams. Man hilft sich und tauscht sich gegenseitig aus. Und da kam es zu genüge vor, dass das eigene, meist schwarze, Pinselequipment immer stark dem der Kollegen ähnelte. Und irgendwann fand man in dem Chaos seine eigenen Werkzeuge nicht mehr wieder.  Auslöser für mein kleines Projekt war letztlich ein bunter Malerpinsel. Es ist doch so simpel: der Pinselstiel muss sich einfach von all den anderen unterscheiden. Also warum nicht einfach bunt an Stelle von ödem schwarz. Doch erst 2011 fand ich eine deutsche Firma, die meine Pinsel genauso herstellen konnten, wie ich es mir vorgestellt habe: bunter Stil der seinem nächsten nicht gleicht und das hochwertigste Pinselhaar hat.

MC: Du willst damit sagen, dass jeder einzelne Pinsel reine Handarbeit und somit ein Unikat ist?

MJ: Ganz genau. Zuerst schicken sie die Griff-Rohlinge in mein Atelier nach Berlin. Dort bemale ich jeden einzelnen mit feinster Acrylfarbe. Dabei lasse ich mir immer wieder unterschiedliche Farbkombinationen einfallen: von schwarzen Spritzern über Gold-/Bronze Glitzer bis hin zu Metallic Puder. Acrylfarben von Pastell bis Neon machen aus dem recycelten Holz die ausgefallendsten Kunstobjekte. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch die Größe und Form ist auf den jeweiligen Zweck abgestimmt. Besonders wichtig ist mir dabei, dass jeder Pinsel ein Unikat ist, damit der Ursprung eines Malerpinsels erhalten bleibt.

Wenn die Stiele fertig bemalt sind, werden sie getrocknet und anschließend dann wieder zurück an die Pinselfirma geschickt. Erst dort werden sie klar lackiert, bekommen ihr Logo, die vergoldete Zwinge und natürlich das edle Pinselhaar  wie Rotmarder, Cashmereziege und Synthetik. Zudem versuche ich, mehr und mehr Vegan Haar zu verwenden. Mittlerweile verkaufe ich meine Pinsel auch schon in Österreich, der Schweiz, Russland, Niederlande, Dänemark, Norwegen und ganz stolz bin ich auf Las Vegas und Vancouver.

MC: Wie bekommst Du das denn zeitlich alles geregelt? Du kannst doch nicht den ganzen Tag im Atelier stehen?

MJ: Nein, gewiss nicht. Aus meinem „Baby“ ist eine echte Herzensangelegenheit geworden. Ich arbeite jetzt mit dem Kontaktladen KLIK in Berlin – einem Projekt für Jugendliche, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist. In einem 3tages-Workshop zeigte ich, wie man die Pinsel  individuell gestalten kann. Wir hatten einen riesen Spaß und mir ist es extrem wichtig, dass ich diese Menschen beschäftigen kann – sie eine Aufgabe finden.

MC: Ein ziemlich straffes Pensum, das Du da an den Tag legst. Wie schaffst Du es eigentlich, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen?

MJ: Ich habe mein Pensum an Foto-Shootings ein wenig reduziert und will auch nicht mehr so oft reisen. Wichtig sind mir mein Store-Konzept, meine JACKS beauty line und L‘ORÉAL. Allen voran steht natürlich meine Familie.

MC: Wie entspannst Du Dich? Hast Du einen privaten Ausgleich bzw. Hobby, fern von der schnelllebigen Fashion- und Make-up Branche?

MJ:Ich gehe gern gemeinsam mit meinem Mann essen. Zudem reisen wir gern und verbringen, so oft es nur geht, Zeit mit Freunden und unserer Familie. Ich selbst liebe ausgedehnte Wellnesstage – am liebsten im Susanne Kaufmann-Spa.

MC: Dein einprägsamstes Shooting?

MJ: 2 Tage mit Jane Fonda. Sie ist eine coole Ikone mit einer unglaublichen Ausstrahlung und absolut „down to earth“.

MC:  Was empfiehlst du als optimale Reinigung?

MJ: Meine Reinigung beginnt immer zuerst mit einem Abschminktuch. Erst danach benutze ich meinen geliebten Milk Proteins 3in1 Cleanser von KORRES. Ebenso ein Muss ist eines der drei entzückende Seren von mawiLove – immer im Wechsel. Ich liebe Rosen. Deshalb gibt´s bildet mein krönender Abschluss die Wildrosencreme von Weleda.

MC: Welche Beauty-Essentials dürfen in Deiner Handtasche keinesfalls fehlen?

MJ: Handcreme, Lippenstifte & Gloss in vielen verschiedenen Farben – je nach Anlass & Qutfit

MC: Vielen Dank

Außergewöhnliches Interior-Design

//Ivonne Klass

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