Ich bin müde -  #workingmom

Ich bin müde -  #workingmom

„Du bist so müde“, flüstert mir eine innere Stimme permanent ins Ohr seit ich mit dem Stillen aufgehört habe. Wie bei fortgeschrittenem Tinitus höre es schon gar nicht mehr, weil ich zunehmend auf Autopilot funktioniere. Die Automatismen meines Körpers laufen wie eine "fine-tuned machine" während mein Verstand manchmal immer noch schnarchend im Bett liegt. In Momenten in denen Ruhe herrscht, könnte ich manchmal einfach nur stundenlang verweilen und aus dem Fenster starren. Aber das geht nicht. Das Telefon klingelt, die Wäsche ist fertig, das Kind ist krank, das Essen ist alle, der Artikel will fertig geschrieben werden und die Liste hört niemals auf. Einfach nie. Oma musste kommen.

Die Mütter unter euch werden lachen, aber ich fühle mich als wäre ich in den 13 Monaten meiner Mutterschaft um Jahrzehnte gealtert. Mein Sinn für Humor ist over and out, mein Gedächtnis gleicht einer 90-Jährigen und der Stapel auf meinem Schreibtisch lässt die Sicht auf den Monitor nicht mehr zu.

Frage an alle Mütter da draußen: Was macht ihr in so einem Fall? Ist das normal? Ist das ein typischer Fall von Winterblues oder einfach nur der erste Kitawinter? Ich stecke gerade mächtig drin und sehne den Frühling herbei, wie... ja wie ein begossener Pudel bei +-0 Grad auf'm Kudamm sein kuscheliges Sofakissen.

Seitdem ich Mutter bin, folge ich natürlich auch anderen Müttern und Blogs auf den sozialen Kanälen. Komischerweise sehen die immer wahnsinnig happy aus, schaffen alles und verdienen im Handumdrehen krass viel Geld. Aber so funktioniert eben Social Media. Wie es hinter den Kulissen aussieht soll natürlich keiner wissen, denn mal ganz ehrlich, das geht ja keinen was an, ne?! Mich kotzt das an. In Phasen wie diesen entfolge ich scheinbar erfolgreichen WorkingMums schneller als ihr liken könnt.

Neulich traf ich eine Freundin auf einer Veranstaltung: Sie sagte mir, sie hätte ein paar Bilder von mir gelikt und sogar kommentiert. Oh cool, dachte ich, und antwortete: „echt jetzt? Wann war das? Welche Bilder?“ Ich hatte keinen blassen Schimmer mehr. Wirklich nicht. Bis sie mein Handy nahm, mir ihren Kommentar zeigte und ich verdutzt zurückblieb. Ich dachte schon als arbeitende Mama die ein bis zwei Bilder täglich auf Instagram hochlädt, ich sei noch dabei. Mmmh – Nein, definitiv in diesem Moment war ich es nicht mehr. Mein Aufnahme- Like - & Kommentarvermögen ist mittlerweile so versetzt, dass ich manchmal inne halten muss und überlege, was nun gerade wichtiger ist. Dann mache ich das Telefon aus. Und alle zu beantwortenden Mails und Nachrichten sind vergessen. War noch was? Mmmmh – nee oder? Das ist mein einziger Selbstschutz gerade, sonst würden mir die Locken abfallen. Also, noch mal ganz offiziell, Sorry an alle, die ich immer wieder vergesse, der Frühling ist nah und ich dann auch bald wieder.

 

Eure Schlotti.


Collage: Kate Rabbit via Pinterest




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