Fashion Week: Best of Berlin

Fashion Week: Best of Berlin

Nach einer kleinen Babypause in der letzten Saison bin ich natürlich gerade sehr happy wieder auf das eine oder andere Event gehen zu können. Ich kann mich nur noch dunkel daran erinnern wie es vorher war. Ich glaube ich hatte immer einen megavollen Kalender, war gestresst und habe mich am Ende doch nur, (wie viele andere auch) über die Modewoche Berlin aufgeregt.

Jetzt sehe ich vieles entspannter. Mir bleibt auch gar nichts anderes übrig, denn alles was zu Hause passiert, geht erst einmal vor, dann erst kommt die Modewoche. Und selbst da bin ich mittlerweile ein kleiner Fan geworden. Das Kronprinzenpalais bündelt alles was Substanz hat und qualitativ auf dem Vormarsch ist und kleinere Off-Locations bringen die nötige Abwechslung in den Modetrubel. Aber auch die Designer zeigen eine deutliche Entwicklung. Die Entwürfe sind nicht nur schön, man kann sie auch anziehen (Punkt). Ich weiß das klingt super banal, aber darum geht es doch letztendlich. Jetzt müssen wir es nur noch hinbekommen, dass die deutschen Designs die von der Presse so gelobt werden auch gekauft werden bzw. eine Verkaufsplattform bekommen. Hier liegt ja immer noch der Knackpunkt: Deutsches Design ist zwar schön und tragbar, aber kaufen wollen es die Leute irgendwie nicht. Komisch. Woran liegt das nur, frage ich mich desöfteren?

Hängen die gefragten Stücke vielleicht in keinem Laden, kaufen die Buyer vielleicht zu zaghaft und setzen immer auf die gleichen Zugpferde? Oder sind die Sachen vielleicht doch nicht so toll, wie in Blogs und Presse immer hoch und runtergeschrieben wird?

Wenn ich mit unterschiedlichsten Menschen über diese Thematik spreche, höre fast immer eine ähnliche Aussage: Warum soll ich eine Bluse von Perret Schaad kaufen, wenn ich für den gleichen Preis eine von Chloé bekomme? Ja weil die von Perret Schaad vielleicht schöner ist und qualitativ hochwertiger. Chloé hat die längere Geschichte, das wissen wir, wir wissen auch um den Französischen Hype und die typische Eleganz der Damen. Aber warum müssen wir denn immer wieder rüberschielen, wenn wir doch eigene Häppchen auf dem Teller haben? Und dann wird wieder gesagt, in Deutschland liegt die Mode nicht so sehr in der Kultur verankert wie in Frankreich oder Italien. Wäre es nicht langsam mal an der Zeit ein neues Kapitel in der Modeenzyklopädie aufzuschlagen und diese altbackenen Wertvorstellungen über Bord zu werfen?

Ich würde mir einfach für die Zukunft wünschen, dass wir unsere Designer mit genauso viel Stolz tragen wie die aus Italien und Frankreich.

Hier kommen meine Lieblinge der Modewoche:


William Fan

Bisher: William Fan zeigt seine dritte Kollektion. Von ihm gibt es neben der Ready-to-Wear-Kollektion auch Schuhe, Accessoires und Interior-Objekte. Außerdem ist er der Creative Director von Horizn Studios.

Titel: The Day After – das Leben nach der Party

Look: Bequeme Every-Day Wear in natürlichen Materialien

Farben: Blau, Navy, Schwarz, Beige & Weiß

Status: Der gefragteste Newcomer-Designer in Deutschland


 

Odeeh

Location: Baustelle des neuen Berliner Stadtschlosses

Look: Minimalische Schnitte stehen in Kontrast zu tapetenartigen Prints, die auch miteinander kombiniert werden

Farben & Prints: Blau, Orange, Grün, Lila, Gold, Punkte, Streifen, Blumenmuster & geometrische Muster

Accessoires: lange Koffergürtel, flächige überdimensionale Ohrclips, Halsborten

Schuhe: Adidas Originals

Besonderheit: erstmals zeigen Odeeh Männermod

 


Perret Schaad

Besonderheit: Die Kollektion ist geprägt von Polaritäten. Die beiden Designerinnen beschreiben ihre Kollektion selbst, als ein Spiel zwischen grafischen Strukturen, urbanen Räumen und sommerlichen Formen und Nuancen.

Material: Seidige Oberflächen vs. Struktur, Farbe vs. Muster

Farben: Blau, Orange, Rosa, Mint, Weiß

Accessoires: Lange gemusterte Tücher, Kooperation mit Silhouette Eyewear

Präsentation: 3D Film mit Hannah Herzsprung als Protagonistin

Anspruch:  Modernität, Praktikabilität, Originalität und Qualität – Zeitlosigkeit

 


Marina Hoermanseder

Titel: "Schmetterlingskinder" 

Look: Maritime mädchenhafte Looks mit den typischen Lederschnallen

Farben: Orange, Blau, Pink, Beige

Accessoires: knallige High Heels und farbige Minibags in Schnallenoptik

Besonderheiten: Die Show prägt ein internationaler Charakter, Model Antonia Wesseloh läuft für Hoermanseder

Location: Im Garten des Kronprinzenpalais

Kooperationen: Schuhe Louboutin, ein Catwalk- Piece mit Swarovski-Kristallen, Make Up Catrice Editio

 


Malaikaraiss

Titel: "Beaches"

Looks: Rock meets Softness, extravagante Layerings und See-Through-Looks mit raffinierten Taillierungen und Muschelformen

Material: Neopren, Viskose, Acetate Leichte flattrige Oberflächen

Farben: Weiß, Schwarz, Hellblau, leichtes Grün, Rot als Kontrast

Besonderheiten: Hola Patches, Plissees, Organische Stickereien

Accessoires: Ledertaschen und gegossene 3D Ketten

Interview: Hier lang

Bilder: PR


Shopping Berlin: Neue Botschaft Hamburg X Konk Berlin

Shopping Berlin: Neue Botschaft Hamburg X Konk Berlin

Travel Diary: Das Colosseum in Rom

Travel Diary: Das Colosseum in Rom