Céline Herbst/Winter 2015/16: kindliche Verspieltheit & lateinamerikanisches Feuer

Céline Herbst/Winter 2015/16: kindliche Verspieltheit & lateinamerikanisches Feuer

Das Time Magazine wählte Phoebe Philo von Céline erst letztes Jahr zu eine der einflussreichsten Personen der Welt. In der Modebranche gibt sie den Ton an, ihre Entscheidungen sind maßgebend und die Trends, die sie setzt, sind bestimmend für die gesamte Branche und werden im Anschluss kopiert. Dementsprechend genießen auch ihre Shows stete Aufmerksamkeit. Kaum ein Label ist exklusiver als Céline; es gibt keinen Online-Verkauf und sogar auf jegliche Social Media Aktivität wie auf Instagram oder Twitter wird verzichtet. Wahrscheinlich macht auch gerade das den großen Reiz aus.

Die Fashion Week-Show der F/W-Kollektion von Céline war einer dieser großen Momente, die Philos Können auszeichnen. Die Britin fütterte die Modebegierde der Zuschauer mit neuen, spielerischen Modestatements. Verspieltheit scheint Philos Prämisse dieser Kollektion gewesen zu sein, manchmal auch in fragwürdiger Absicht. Denn in Hinblick auf die rosafarbenen Blusen mit Fuchs- und Otterprint, direkt aus dem Kinderbuch übernommen , war sich nicht jeder Modekenner sicher, wo die Verspieltheit des guten Geschmacks aufhört. Doch Phoebe Philo wäre nicht sie, wenn sie am Ende nicht doch jedes Fragezeichen in ein ausdrucksstarkes „Go for it“ umsetzen könnte.

Für die F/W 15/16-Kollektion designte sie Kleider, die Pelz und florale Muster vereinen, fließende  Block-Kleider, Mäntel mit Zebra-Muster, asymmetrische Röcke kombiniert mit weiten Pullovern, Shirts mit aufgesetzten Strick-Bustiers à la Madonna, weit ausgeschnittene, knöchellange Chinos, fest geschnürte A-Linien-Mäntel mit Felleinsätzen am Saum und am Kragen - Viel Leder, Fell und starke Farben.

Die Duvet-Jacken gehören noch zu den früheren Signature-Pieces von Céline, aber die halboffene Variante als zuknöpfbares Kleid ist neu. Accessoire-Highlights: Die lange, pelzige Pom-Pom-Kette, die Philo ihren Models locker über die Schulter wirft. Zudem gab es bunte Tote-Bags zu sehen, die den unifarbenen, schlichteren Looks das besondere Etwas gaben und: Pistolenhalfter! Ebenfalls locker als Umhängetasche inszeniert. Und die Schuhe? Es scheint ein weitverbreiteter Trend zu sein, den wir bereits bei Chanel willkommen hießen: Simple, weiße Schnürschuhe waren am häufigsten zu sehen.

Der Latino-Einfluss wurde schon ihrer Abschlussarbeit nachgesagt; in dieser Kollektion ging sie ebenfalls wieder „back-to-the-roots“ und mischt lateinamerikanische Einflüsse in den Auftritt.

 „Das Blut ist heißer und die Herangehensweise ist dramatischer“,

sagt Phoebe Philo selbst über ihre neue Linie und gibt Céline eine neue aufregende Facette.

Die musikalische Begleitung von Brasilianer Caetano Veloso und die warmen Terrakotta-Fliesen der Bühne könnten ihr Statement nicht besser untermalen.

Diese Kollektion ist Phoebe Philo in ihrem Element: Intensität und starke weibliche Power, deren Show vielleicht nicht ganz zufällig auf den internationalen Frauentag fiel. Philos Linie verbreitet mit ihren unerwarteten Kombinationen Spaß und Verspieltheit und bringt das Label Céline wieder auf eine neue Ebene.

//Aileen

 

Dokumentarfilm: Dior and I von Frédéric Tcheng

Dokumentarfilm: Dior and I von Frédéric Tcheng

H&M Studio:  “H&M's Space-Oddity im Grand Palais”  - die Kollektion für den Herbst 2015

H&M Studio: “H&M's Space-Oddity im Grand Palais” - die Kollektion für den Herbst 2015