Tag-Archiv:

MBFWB: Hien Le

No comments.

hl3 hl2 hl1

 

Er hat zu den Favoriten der Modewoche gehört, zurecht, denn Hiens Debüt am Brandenburger Tor war nicht nur restlos überfüllt, sondern er hatte auch das mit Abstand beste Modelbooking und den meisten Applaus nach seiner Show und eine Kollektion,von der ich sogar die Männersachen tragen würde und (ja diese Liste könnte man endlos weiterführen)…

Hier trifft die Devise: “weniger ist mehr”, wohl vollends ins Schwarze, knackige Farben wie Rot, Gelb und Blau treffen auf ausgereifte Schnitte, klar und einfach gehalten, die Haare super natürlich fallend oder zu einem unperfektionistischem Nackenknoten gebunden. Ist das der neue deutsche Look? Ich würde mir die reduzierte Schönheit im Stil vieler Deutscher wünschen, denn man kann Hien Le tagsüber tragen oder in kleinen Stylingänderungen sogar abends. Und so lieben wir es ja einfach, pragmaisch und chic: dann ist er das wohl, der Mann für alle Fälle: Hien Le. Mehr lesen »

MBFWB: Wood Wood

No comments.

woodwood06_by_marlen_mueller woodwood04_by_marlen_mueller woodwood02_by_marlen_mueller

 

Die Dänen sind zu Besuch. Zum ersten Mal präsentieren Karl-Oskar Olsen and Brian Jensen ihre kommende SS 12 Kolelktion auf der Berliner Modewoche. Und weil es sich für Streetfashion gehört, muss eine ganz besondere Location her: also gings gestern für die gesamte Modemeute in den Berliner Wedding, genau genommen in den Hinterhof des Mica Moca.

Zwar taten sich die Models ganz schön schwer den Pflastersteinboden zu bewältigen, aber zum Glück trugen sie nur flache Sandalen. Und da kommen wir schon zum Punkt: im nächsten Sommer heißt es dann Strümpfe in die Sandalen und Zöpfe flechten, je länger desto besser. Maincolour der Mädels Rot, Apricot, Beige und Weiß, in einigen Fällen verliefen sich die Farben sogar. Wie auch in den Vorgänger-Kollektionen zeigen sich die Dänen gewohnt lässig, knielange Kleider  in den Hüften mit derben Riemen geschnürt und kuschlige Kaschmir Collegejacken. Selbst das Gepäck, welches Frau von Welt zu Hauf mit sich rumschleppt, wird im kommenden Frühjahr in übergröße Armyrucksäcke verstaut. Bei Wood Wood sieht man deutlich, dass die Trends der Straße wie Army, Bomber & College in ein neues modisches Format übersetzt werden und mit frischen Farben und minimalen Änderungen in der Schnitttechnik die Zielgruppe eins zu eins treffen. Die Masse der Besucher zeigte, wie groß das Interesse der Dänen in Berlin eigentlich ist und dafür wurden sie auch mit einer fabelhaften Premiere belohnt.

WOOD WOOD SHOW SS12 from Marlen Mueller on Vimeo.

Fashion Week Details

No comments.

img_1806 img_1789

 

Es ist Fashion Week, jeder holt sein bestes Outfit aus dem Schrank und meist hat jedes Outfit ein besonderes Detail. Ich hab für euch heutemorgen zweimal hingesehen und eine kleine Auswahl zusammengestellt: Mehr lesen »

MBFWB AW 11/12• Lala Berlin

No comments.

bdmt_MBFW2011AW_1386 bdmt_MBFW2011AW_1503 bdmt_MBFW2011AW_1300

Lala Berlin kann man mittlerweile als die Konstante der Berliner Modewoche verstehen.

Leyla Piedayesh bleibt seit Jahren ihrem Stil unbedingt treu und zeigt Jahr um Jahr wie elegant Casual Style aussehen kann. Anlehnend an die Sommerkollektion 2010 entwickeln Lala Berlin ihre Prints und Farben weiter und landen mit Gelb und Grün bei den Statements des kommenden Winters. Absolute Keylooks der Saison sind Mehr lesen »

Die Schönen ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

No comments.
fashionweek_web

Jeder Mensch braucht irgendein Hobby.
Irgendetwas, das ihn von der Tristesse der alltäglichen Einöde zwischen Job, Nahrungsaufnahme und ehelicher Verpflichtungen ablenkt. Glücklicherweise bietet sich uns als komfortverwöhnten Westeuropäern eine reiche Palette an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten für die Zeit zwischen Stechuhr und Schlafengehen. Manch einer spielt Fußball oder Tischtennis, wieder ein anderer spielt lieber Wii oder verzockt sein mageres Gehalt in der schmuddeligen Spielothek im Bahnhofsviertel – was die Freizeitplanung angeht, ist der Phantasie der Deutschen glücklicherweise kaum eine Grenze gesetzt.
Doch hin und wieder trifft man auf Zeitgenossen, die sich in ihrer Freizeit mit den wirklich abstrusesten Dingen beschäftigen. In dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin, gibt es beispielsweise den obligatorischen Geflügelzüchterverein – sprich: Menschen, die ihre Erfüllung darin sehen, sich in ihrer Freizeit der Aufzucht von Vögeln mit solch exotisch anmutenden Namen wie dem Württemberger Mohrenkopf, dem Westfälischen Totleger oder dem Deutschen Reichshuhn zu widmen. Das ist in ländlichen Gebieten unserer schönen Republik bei weitem nichts Ungewöhnliches. Sie müssen wissen: jede deutsche Ortschaft mit mehr als 3 Einwohnern verfügt über einen solchen Verein. Und ein-zweimal im Jahr treffen sich die emsigsten Geflügelzüchter der Region im Geflügelzüchtervereinsheim und diskutieren mit ernsten Gesichtern und minderwertigem Schnaps ihre Geflügelzüchterangelegenheiten. Das erscheint uns als weltgewandten multikulturellen Großstädtern natürlich völlig lächerlich und hinterwäldlerisch. Hier in Berlin sind wir schließlich ganz andere Dimensionen gewohnt – hier in Berlin gibt es schließlich die Fashion Week.
Für all jene von Ihnen, die selber nicht aus Berlin kommen oder – wie ich – Veranstaltungen wie jene aufgrund mangelnden Interesses bisher einfach immer gemieden haben, werde ich die wichtigsten Eckdaten mal kurz zusammenfassen:
Die Fashion Week Berlin ist eine durch Sponsoring finanzierte Modewoche, bestehend aus verschiedenen Shows und Veranstaltungen verteilt über die ganz Stadt, bei der sich Designern aus aller Welt eine Möglichkeit bietet, ihre aktuellen Kollektionen einem breitgefächerten Publikum aus Presse, Prominenz und gemeiner Bourgeoisie zu präsentieren. Falls Ihnen diese Definition aufgrund der hohen Denglisch-Dichte vielleicht zu unverständlich erschien, lässt es sich auch unkomplizierter formulieren: ernste dünne Menschen sehen ernsten, noch dünneren Menschen dabei zu, wie sie Kleidungsstücke vorführen – jedes davon so teuer, dass man mit dessen Reinerlös die Hypothek des Veranstaltungsortes mindestens ums Dreifache ablösen könnte. Selten ist die Parole “Arm aber sexy” plastisch greifbarer gewesen. Somit ist diese Veranstaltung für unsere Stadt natürlich ein wertvolles Ass im Ärmel im weltweiten “Wer-hat-den-Größten”-Spiel – bei mir persönlich allerdings blieb die Faszination für dieses Medienspektakel bisher aus.
Doch warum nur? – Wo sich doch jeder um mich herum so prächtig zu amüsieren scheint.
Überall attraktive, schöne Menschen mit Stoffbeuteln und Duttfrisuren; ein einziger glamouröser Traum aus Glitzer und Hochglanz, tausendfach gebündelt und wieder gebrochen durch die Hornbrille der Berliner Bohème. Eine Woche, die es scheinbar wert ist, ihr entgegenzufiebern – so hört man es jedenfalls an allen Ecken. Doch mehr macht es nicht – es glitzert nur?? Das kann doch nicht alles sein. Ich versteh es einfach nicht. Ich muss mir hier mal irgendwo ein paar Informationen einholen. Irgendjemand muss mir doch sagen können, was das hier alles eigentlich soll!
In einem unbeobachteten Moment schlüpfe ich zwischen all den vielen mageren Beinpaaren hindurch und verschaffe mir Zugang hinter die Kulissen. Alsbald treffe ich zwischen zwei Luftschichten auf ein Model und frage es, wieso es das eigentlich alles macht. “Es macht mir Spaß” sagt das Model und verhungert, bevor ich die Gelegenheit bekomme, weitere Fragen zu stellen. Zu dumm. Jetzt stehe ich wieder da: inmitten eines Blitzlichtgewitters in einem erregten Meer aus Duttfrisuren, immer noch ohne eine zufriedenstellende Antwort, und hadere mit meiner eigenen Unzulänglichkeit.
Unweigerlich muss ich wieder an den Geflügelzüchterverein meines Heimatortes denken. An all die feisten rotfleckigen Gesichter, den billigen Korn und die bizarre Gewichtigkeit von Geflügelzüchterangelegenheiten. Ich denke an die unzähligen Trophäen in den speckigen Vitrinen des Vereinsheims; an schwitzige dicke Menschen, die zur Jahreshauptversammlung der Geflügelzüchter in der Mehrzweckhalle mit ernsten Mienen ihr preisgekröntes Haubenhuhn in die Kamera des Dorfblättchen-Fotografen halten – Dinge, die ich schon damals einfach nicht verstanden habe. “Arme Schweine” denkt intuitiv der weltgewandte Großstädter in mir. Dabei geht es hier ja gar nicht um Schweine, sondern um Hühner. Sei’ s drum – dererlei Veranstaltungen werden mir wahrscheinlich auf ewig ein Mysterium bleiben. Es sei denn…
Kurzerhand kämpfe ich mir den Weg zur Siegertribüne frei, postiere mich vor die stolzen Hühnerzüchtern und in einem unbeobachteten Moment frage ich das Huhn, weshalb es das eigentlich alles mitmacht. Doch noch bevor das Huhn antworten kann, wird es in eine vollautomatisierte Schlachtmaschine geklemmt und geköpft. Mist. Anschließend wird es zu einem schmackhaften Hamburgerbratling verarbeitet, von einer ambitionierten Systemgastronomie-Servicekraft fachgerecht zubereitet und am Duisburger Hauptbahnhof einem dicken unglücklichen Mädchen verkauft, das gerade frisch durch das Casting für eine Model-Fernsehshow gefallen ist.
Spätestens an diesem Punkt schließt sich der Kreis wieder und ich bin beruhigt.
Und während das verheulte dicke Mädchen in seinen Burger beißt und mit unglücklicher Miene in den Zug Richtung Heimatdorf steigt, stehen Menschen mit Hornbrillen, Stoffbeuteln und Duttfrisuren am gegenüberliegenden Bahnsteig und lachen.
Worüber?
Nun, keine Ahnung – aber sicherlich am wenigsten über sich selbst.

Text Herr von Keil

Illustration Tim Brackmann

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes

Bad Behavior has blocked 224 access attempts in the last 7 days.

Content Protected Using Blog Protector By: PcDrome.