Tag-Archiv: CTM

Yvette Mattern: “From One To Many” Installation zur Transmediale

Hier gibt’s noch Bilder aus der Nacht…

From One To Many 04

Mehr lesen »

Transmediale Opening – Clubbiger als der Club, oder wie?

So, frisch durchgefroren vom Transmediale Opening zurück am warmen Schreibtisch hat mich der Eindruck der Veranstaltung noch immer nicht losgelassen. Wider Erwarten wurden wir gut bis sehr gut unterhalten.

Nach unerwartet kurzen, interressanten und inspirierenden Beiträgen der Redner bei der Opening-Gala ging es in den von allen Rednern eingebundenen und vom gesamten Auditorium befürchteten Schneesturm hinaus, um Charlemagne Palestines Carillion-Konzert zu lauschen und gleichzeitig den “Switch ON” von Yvette Matterns Installation “From One To Many” zu erleben.

Genau das ist es, was in Berlin an den nächsten Abenden bestimmt den einen oder anderen Passanten zwischen Tiergarten und Alexanderplatz erstaunt in den Himmel blicken lassen wird. Yvette Mattern hat es geschafft nach der Installation in New York vor knapp einem Jahr nun in Berlin Geldgeber (Allianz) und Techniker (Laserfabrik) zu finden und für die Umsetzung des Projektes zu begeistern. Die Transmediale hat den großartigen Symbolcharakter des Werkes, der auch wunderbar zu den diesjärigen Thematiken passt erkannt und sogar geografisch einbinden können. So erstreckt sich der regenbogenfarbige Lichtstrahl über die Distanz vom Haus der Kulturen der Welt bis zum Alexanderplatz, also vom Hauptort HKW zu den Satelliten und CTM-Orten HBC, SPA, WMF, etc… zumindest sofern nicht zu viel Schnee das ganze Licht verschluckt..

Nach dem Frozen-Carillion-Laser-Happening fanden sich die Gäste wieder im HKW ein um durch die Ausstellung zu streifen und unten bei den Bars die musikalisch-visuelle Performance von Byetone und dem “Computer Hacktivist” aaajiao aus Shanghai zu erleben. Leider war hier der Sound nicht optimal und die Leinwand etwas klein, aber was die beiden da aus ihren Kistchen zauberten war gut anzusehen und hatte auch den Geräusch-Musik-Experiment Faktor in einer angenehm leicht zu erfassenden Region die schon beinahe direkte Grenzen mit Pop-Appeal teilt.

Der Transmediale / Club Transmediale Komplex hat es also zum zweiten mal geschafft zu überraschen. Diesmal ausgesprochen positiv. Das lässt wieder Motivation entstehen sich durch die unübersichtliche Webseite zu arbeiten um das Programm zu erkunden. Wir sehen uns dann da.

Kunst für SZ-Redakteure – ist die transmediale Zukunft schon vorbei?

Ja, was soll ich sagen. Das erste woran ich nach der zweiten Performance der gestrigen Eröffnung des Club Transmediale im HAU2 denken musste ist, dass Mainstream schon was tolles ist. Und zwar deswegen weil alle die es im Mainstream zu etwas bringen schon irgendwie gut sein müssen um sich durchzusetzen. Wenn man sich in einer Nische mit 12 Anderen bewegt, dann kann man höchstens der zwölft-schlechteste, -uninteressanteste, -langweiligste, -nervigste, -älteste, oder wie auch immer sein. Aber fangen wir mal von vorne an.

bdmt_hiroakiumeda_03

Gestern und vorgestern Abend fanden im HAU2 in Berlin die Eröffnungsperformances des Club Transmediale statt. Angekündigt als “.. exceptional performances exploring the possibilities of interplay between sound, light, image and movement…” wurden dem neugierigen Publikum drei Performances und eine kleine Pause kredenzt.

1. Jakob Kirkegaard: Sabulation

30 Minuten schwarz / weisse Bilder von fließendem Sand. Langsam geschnitten und begleitet von den ohrenbetäubend lauten Geräuschen von fließendem Sand. Meditativ. Konsequent. Einlullend, insgesamt schon ok. Aber wirklich toll ist dann doch was anderes. Ich war eigentlich nach 15 der 30 Minuten fertig damit und hab dann über bunte Haare und darüber nachgedacht warum vorgestern das Curry so missglückt ist

2. Transforma: Operators

Programmheft: “Das Berliner Künstlerkollektiv Transforma zeichnet den Prozess der eigenen Bildherstellung im Videostudio auf und integriert ihn als mitlaufendes “Making Of” in die Liveperformance. Tricktische und Bauten werden so zu einem Cluster, in dem sich die Bildhersteller wie Performer, Handwerker und Schauspieler bewegen. Die Grenzen zwischen den in dieser Werkstattsituation entstehenden Bildwelten und den realen Situationen ihrer Herstellung verschwimmen durch die schnellen Schnitte, Überlagerungen und extremen Lichtverhältnisse.”

Wenn ich mich damals immer so hätte rausreden können, dann wäre die Note im Kunstunterricht weit besser gewesen.

Mein Urteil: Krach, komische, unterbelichtete, verwackelte Bilder von irgend einem Müllhaufen in dem ein maskierter Typ sinnlos abwechselnd rumhaut, mit einer Leuchtstoffröhre, mit Erde oder mit Glasscherben spielt. Das Ganze einigermaßen zur “Musik” oder besser Aggro-Krach-Kulisse geschnitten. Das war in den Neunzigern schon langweilig. Danke. Tschüß. Das nervt nur. Und warum sind die eigentlich so wütend?

3. Pause

Schnell raus vor die Tür… Das Urteil in der Raucherecke war Vernichtend. Zitate: ” Das ist echt Kunst für SZ-Redakteure… sowas macht doch keiner mehr. …Leute, die sowas in den Neunzigern gemacht haben machen das schon lange nicht mehr… das ist voll alt…” usw. Geballte Verwunderung und Unverständnis über den bisherigen Content der Veranstaltung.

Klingeling — viele überlegten ob sie wieder rein sollen, oder doch in die nächste Kneipe.. Naja.. mal sehen was noch kommt.

4. Hiroaki Umeda: Adapting For Distortion

Programmheft: “Der japanische Tänzer und Choreograf Hiroaki Umeda präsentiert ein minimalistisches Solo zu einer abstrakten Lichtanimation, in dem er eine extreme Spannung zwischenrealer Körperlichkeit und medialer Entkörperlichung herstellt…” Assoziation: Jackie Chans “Drunken Monkey Style” in einem Holodeck mit Softwarefehler / “Tron” hat sein Motorrad verloren und findet heraus das jemand Windows installiert hat.

Mein Urteil: Visuell spannend setzt Hiroaki Umeda die Räumlichkeit der Bühnensituation ausser Kraft. Die Videoprojektionen täuschen das Auge, man weiss nicht mehr was sich bewegt, er oder es. Gelungen, trippy, spannend. Nur die Geräuschkulisse ist etwas störend. Aurale Aggression ist irgendwie so 1995…

Alles in allem irgendwie unerwartet un-neu. Da stellt sich mir die Frage ob das vielleicht eine Antwort sein soll, auf dieses Motto “Overlap”… Die alte Idee von “Modern” lappt in unsere gegenwärtige Zukunft über… Ich glaube das muss nicht sein, da beschäftigen wir uns lieber mit der Zukunft der Gegenwart, oder?

Text & Fotos: Bedamat

CTM / Transmediale – Spannende Musik, Bunte Lichter & Brainfood vom Feinsten…

Die Transmediale hinterfragt die gegenwärtige, technologische, kulturelle und soziale Qualität unserer digitalen Kultur.  Motto: “Futurity NOW!”

Die Webseite der Transmediale liest sich  ein wenig verkopft, würde ich jetzt mal gelinde sagen. Außer interressant, nebulösen Formulierungen gibt’s bei der Transmediale und dem Club Transmediale eine MENGE zu entdecken. Vor allem natürlich für Techies und Freunde elektronischer Musik aber, und genau das ist ja im besonderen das Thema dieser Veranstaltung, auch für uns ganzen Rest.

Es geht um “Konvergenzzonen zwischen Out-Pop, experimenteller Musik, Kunst und Medientechnologien.” oder auch um die Überlappungen von abgefahrenster, konzeptionellster, modernster Kunst und guter Unterhaltung bzw. Clubkultur und Pop in unserer Gegenwart. Was das bedeutet und was da passiert werden wir erkunden und selbstverständlich berichten.

Die Veranstaltungen der Transmediale finden im Haus der Kulturen der Welt statt, die des Club Transmediale sind dieses Jahr im HAU, im HBC und im WMF.

Besonderes Highlight der Transmediale im öffentlichen Raum ist wahrscheinlich die Installation “from one to many” der Künstlerin Yvette Mattern, die am Dienstag, Freitag und Samstag jeweils Abends die Passanten und Anwohner zwischen Tiergarten und Alexanderplatz erstaunt in den Himmel blicken lassen wird. Ich verrate nur so viel:

Wer uns die besten Bilder davon schickt bekommt eine kleine Überraschung. -> M.C. Briefkasten
Für einen Vorgeschmack auf die musikalischen Veranstaltungen des Club Transmediale Empfehle ich den kostenfreien Download der CTM Compilation.

Los geht’s für uns heute Abend im HAU und dann “Plannigtorock” im WMF, hinterher DJ-Sets von Felix Martin & Al Doyle (Hot Chip) und Jackson & Mount Sims.

Die vollständigen Programme gibt’s hier:

TransmedialeClub Transmediale – Day ScheduleClub Transmediale – Night Schedule

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes
Content Protected Using Blog Protector By: PcDrome.